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 Unsere Route21.08.2006 
 Tour Atlantischer Ozean 
 
Hallo,
wir sind Norbert und Ingrid Joemann, ein Ehepaar, das sich den Traum vom Langzeitsegeln, dem Segeln ohne Zeitdruck verwirklichen wollte. Dafür haben wir die HARLEKIN 1995 bei der PROUT Werft in England in Auftrag gegeben. Im Januar 1996 wurde sie mit Sonderzubehör ausgestattet und besonders schön herausgeputzt, auf der Bootsmesse in Düsseldorf ausgestellt. Von ihrem Heimathafen Datteln, dem größtem Kanalknotenpunkt Europas aus schipperten wir mit ihr durch die westdeutschen Kanäle bis in die Ostsee.
In der ersten Segelsaison besuchten wir Rügen, Bornholm, Öland und Gotland, bevor wir durch die Schären zur schwedischen Hauptstadt STOCKHOLM segelten. Während eines dicken Skandinavienhochs durchquerten wir den Götakanal und den Vättern und Vännernsee von Ost nach West bevor wir nach dem Trollhättekanal das Kattegat erreichten. 60 Schleusen lagen ohne Probleme hinter uns, denn eine Snowgoose ist mit ihrer Breite von 4,95 m „Götakanaltauglich“! Durch die dänische Südsee segelten wir dann wieder bis Travemünde und nach dem Mastlegen motorten wir zurück in unsere Heimatstadt.
Nur 500 m entfernt von unserem Zuhause lag die HARLEKIN den Winter über hoch und trocken am Dattelner Meer an Land. Nah genug, um jede freie Stunde zu nutzen Kinderkrankheiten auszumerzen und sie auszurüsten für eine Langfahrt in wärmere Gefilde. Obwohl uns Skandinavien sehr gut gefallen hat, -die Saison dort ist leider zu kurz, denn wir hatten ja, seitdem wir unsere Berufe aufgegeben haben,

ZEIT ZUM SEGELN

Am 2. Mai 1997 starteten wir unsere Reise gen Süden. Nachdem wir Holland, Belgien und Frankreich hinter uns gelassen hatten, überquerten wir den englischen Kanal von Calais nach Dover leider bei dichtem Nebel. Zum Glück aber hatten wir zu dem Zeitpunkt schon ein Radargerät an Bord. Ein Hoch über den britischen Inseln brachte uns beständigen Ostwind und so konnten wir in Tagesetappen die englische Südküste bis zu den Scilly Inseln mit unserem Gennacker besegeln. Zusammen mit der LADY OF THE DAWN, auch ein PROUT CAT, überquerten wir zwischen 2 durchziehenden Tiefdruckgebieten die Biscaya und erreichten nach wenigen Tagen Bayona an der spanischen Nordwestküste. Dort war es im Juni immer noch ziemlich kühl und so zog es uns an die Algarve, wo wir einige Wochen des Sommers verbrachten. Ohne noch Gibraltar Richtung Osten zu passieren, ging es über Porto Santo, Madeira und den Islas Selvagem zu den östlichen Inseln der Kanaren. Dort trafen wir auf Gleichgesinnte. Anzutreffen waren kaum Charterschiffe, sondern fast ausschließlich Langfahrtsegler, die den Atlantik im Herbst überqueren wollten und ein großer Teil davon waren Katamarane: die Jolly Swagman, die Vite-Vite, die Mupfel, die Vaul o Vent und natürlich die Lady of the Dawn. Bei abendlichen Sundownern und BBQs wurden stundenlang Erfahrungen, Erwartungen, aber auch Ängste ausgetauscht und man verabredete sich gemeinsam den großen Törn anzutreten. Auch auf den letzten Yachten wurden noch Kurzwellengeräte eingebaut, um unterwegs aus Sicherheitsgründen in Funkkontat bleiben zu können.

Doch es kommt nicht immer so, wie man denkt:
ein schwerer Bandscheibenvorfall bei Norbert, der auch noch auf den Kanaren notoperiert werden mußte, ließ unseren Plan für die Saison 1997/98 scheitern. Somit konnten wir die Segelfreunde leider nur funkmäßig begleiten. Dafür aber lernten wir in den nächsten Monaten alle Kanarischen Inseln kennen und schätzen. Ein Segelrevier, was ganzjährig zu segeln ist, wo es ganzjährig angenehme Temperaturen gibt und ohne daß man irgendwelche Hurrikanzeiten beachten muß. So dachten wir und auch andere Segler!
Als wir Weihnachten/Neujahr über den Jahreswechsel einen Heimaturlaub machten, ließen wir die HARLEKIN im sichersten Hafen der Kanaren, in Las Palmas zurück. Ein Jahrhundertsturm brachte uns jedoch wieder um die geplante Atlantiküberquerung. Trotz eines Schadens am Schiff, der zum Glück versichert war und fachgerecht von einem deutschem Bootsbauer im Fischerhafen von Porto Mogan behoben werden konnte, hielten wir an unserem Ziel ATLANTIKÜBERQUERUNG fest und scheiterten nicht. Wir nutzten die Gelegenheit dem Heck des Schiffes mehr Auftrieb zu geben, bekanntlicherweise hat man als Fahrtensegler nach kurzer Zeit einen zweiten Hausstand an Bord und ein Lifting schien uns nicht zum Nachteil. Außerdem nutzten wir Zeit und Gelegenheit für eine Amateurfunkprüfung um über die Betriebart Pactor Emailmäßig auch an Bord erreichbar zu sein und um Wettervorhersagen zu jeder Zeit empfangen zu können.

Im neuem Jahrtausend legten wir dann endlich mit allen guten Wünschen der nun zurückbleibenden, liebgewordenen Freunde ab. Eine Woche verbrachten wir auf den Kapverden und als und Christoph DL1YCX , der Wetterfrosch von INTERMAR ein beständiges Atlantikhoch vorhersagte, hielt uns nichts mehr! Täglich hatten wir auch wieder Funkkontakt zu den Funkamateuren von INTERMAR und anderen Fahrtenseglern um Positionen und Wetterbedingungen auszutauschen.
In 15 Tagen erreichten wir bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,9 Knoten unseren Karibikinseltraum TOBAGO. Endlich hatten wir es geschafft, doch es hätte noch tagelang so weiter gehen könnten, denn während die Monosegler darüber klagten, nur noch auf dem Kajüttboden essen zu können und ihnen jeder Muskel bis in den kleinen Finger wehtat, hatten wir es auf unserem „Katermaran“ doch recht komfortabel und gemütlich!

Für einige Wochen konnten wir nun das türkisfarbene warme, klare Wasser und die exotischen Inseln genießen. Doch schon bald mußten wir uns für die nahende Hurrikanzeit nach einem Platz für die HARLEKIN umsehen, denn kaum eine Versicherung versichert ein Schiff nördlicher als 12° Nord. Die neue St. Davids Marina an der Südküste von GRENADA wurde noch so eben akzeptiert. Wieder einmal machten wir die Erfahrung, wie fast immer(außer in Holland!), für unsere SNOWGOOSE mit weniger als 5 m Breite, keinen Katamaranaufschlag zahlen zu müssen. Prima! Auch Flüge nach Deutschland waren zu akzeptablen Preisen zu buchen.

die weitere Tour in kurzer Beschreibung folgt in Kürze!

 
 Who is Who im Weltumsegeln20.07.2006 
 
Eine besonders vielbeachtete Seite auf Bobby Schenks Homepage ist "Who-is-Who-im-Weltumsegeln", auf der er ausschließlich Weltumsegler vorstellt. Der Reiz für Besucher liegt darin, dass alle Weltumsegler die gleichen Fragen gestellt bekommen.

Auch uns wurden folgende Fragen gestellt:

Schiffsname?

Eure Vornamen und Alter?

Beruf?

Nationalität?

Schiffstyp, Größe (Länge, Breite, Tiefgang?

Konstrukteur, Werft, Jahrgang etc?

Route der Weltumsegelung in Stichworten (von wann bis wann)?

1) Ward Ihr
a) mit dem Schiff zufrieden
b) was wäre Euer Traumschiff?

2)Jährliche Kosten für
a) Lebensunterhalt
b) Schiffsunterhalt?

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich
a) gut bewährt?
b) welche machten Ärger?

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättet Ihr Euch gewünscht?

5) Welche Versicherungen hattet Ihr
a) für Euch?
b) fürs Schiff?

6) Was waren für Euch
a) die besten Plätze?
b) die schlechtesten Plätze?

7) Wurden Eure Erwartungen erfüllt?

8) Was würdet Ihr beim "nächsten Mal" anders machen?

9) die schlimmsten Erlebnisse?

10) Wie geht Euer Leben weiter?

Unsere Antworten findet Ihr hier:
Harlekin
Hier die Antworten einiger unserer Segelfreunde:

Hannes und Ruth antworteten: Vite Vite

Johanna + Klaus Ole Hoop

Frank + Greta Lewanna

Kerstin, Bernd + Luca MeNeVado

Renate + Manfred La Rossa

Marianne + Manfred White Which

 
 ???????????28.06.2006 
 St. Maria di Leuca/ITALIEN 
 
Wir sind beide unschlüssig! Wohin soll unser Kurs morgen wirklich gehen? - wie kürzlich geplant wieder zurück nach Griechenland/Porto Heli um dort das Schiff aus Vordermann zu bringen? - weiter nach Westen bis Südfrankreich und dann die Flüsse + Kanäle hoch zum Heimathafen DATTELN zurück? (immerhin noch etwa 1000 sm bis zur Rhonemündung und das in 4 Wochen!) - eine dritte Version wäre in die Adria nach Kroatien oder Italien! (sehr teure Liegeplätze!) Wir wälzen Seekarten, Handbücher und sprechen mit anderen Seglern, die aus den verschiedenen Richtungen kommen.......wir wägen alle Vor und Nachteile ab.........die Stimmung an Bord ist drückend............keiner mag eine Entscheidung treffen!
 
 Der (für uns) magische Längengrad...27.06.2006 
 Straße von Otranto 
 
Es ist etwa 11 Uhr Ortszeit, wir laufen unter Vollbesegelung unserem magischem Längengrad entgegen. ..........ich kann meine Gedanken kaum ordnen..............nur noch wenige Meilen und wir sind offiziel "rum", nicht mehr nur Fahrtensegeler, sondern auch "Weltumsegler"! Eigentlich will ich das aber gar nicht, daß unsere Reise ein Ende haben soll! Mir gefällt das Leben an Bord, das planen von neuen Routen und Zielen, das gucken, was hinter dem Horizont liegt, das Segeln selber ganz besonders! Außerdem das Kennenlernen neuer Länder und Kulturen und die Begegnungen mit Gleichgesinnten, die Gespräche, das Träumen mit ihnen. Das Leben auf engem Raum und das Reduzieren der Bedürfnisse auf das Notwendigste, sei es beim improvisieren von einfachen Mahlzeiten oder tragen wetternotwendiger Kleidung. Das Leben nah an der Natur und mit den Naturgewalten. Die Abende + Nächte unter dem Sternenhimmel, die Sonnenaufgänge auf hoher See..........(zugegeben, die negativen Tage verblassen schnell...)

Die HARLEKIN ist nach 10 Jahren Langfahrt etwas angeschlagen, bedarf einiger Schönheitsreparaturen, aber wir fühlen uns wohl und sicher auf ihr. Wir kennen jedes Geräusch, jeden Quadratzentimeter, jede Macke, - war sie doch 10 Jahre lang unser Zuhause und hat uns fast 40.000 Meilen sicher um die Welt gebracht.

Trotz aller Hindernisse:
1997 Norberts Bandscheibenvorfall + OP auf den Kanaren
1999 Jahrhundertsturm im Hafen von Las Palmas
2000 Flucht vor Hurrican JOYCE in der Karibik
2004 Blitzeinschlag in Singapore + Tsunami in Phuket
2005 Piratenbegegnung im Rotem Meer
2006 Havarie mit einem Kümo vor Mykonos/Griechenland
-sind Schiff und Crew noch zusammen und haben jede Meile gemeinsam gemeistert! Tolles Gefühl!>br> Norbert könnte sich nun trennen von unserem schwimmendem Untersatz und träumt von einem größerem Kat, doch mir kommen bei dem Gedanken die Tränen........

15.00 LT Griechenland (12.00 UTC): Wir überschreiten den 18°30 östlichen Längengrad. Damit vollenden wir unsere Weltumrundung! Wir stehen jetzt genau südlich von den Stockholmer Schären zu denen wir im Sommer 1996 gesegelt sind! Endlich öffnen wir die schon in Langkawi gebunkerte Flasche Sekt und schicken eine weitere Flaschenpost auf Reisen (wie auch auf dem Äquator: siehe Kapitel Galapagos + Heimaturlaub 2002/03)

15.45 LT Italien ( 13.45 UTC) : Ankunft am Ankerplatz Sta. Maria de Leuca/Italien Am Abend gönnen wir uns eine Pizza in einem feinem italienischem Restaurant mit Blick auf die Bucht und unsere HARLEKIN.

Hier findet Ihr unseren Shiptrack ab Panama. Bitte Rufzeichen DL1YJI eingeben! Shiptrack

 
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Letzte Änderung:14.Apr.2004