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 Suezkanalpassage Teil 229.04.2005 
 Port Said 
 
Die Uhren werden heute Nacht auf ägyptische Sommerzeit umgestellt! Bei Sonnenaufgang (nun 6.00 Uhr) steht schon unser Lotse an Deck und los geht`s! Man hat also schon wieder die Regelung geändert! Unser Lotse heißt SAMIR, ist 50 Jahre alt und ganz angenehm im Umgang. Norbert und er wechseln sich mit dem Steuern ab und da auch die Strömung größtenteils mit uns ist, haben wir die letzten 80 KM schon gegen mittag hinter uns gebracht. Was wir nicht wußten ist, daß es hier auch eine neue erst vor wenigen Jahren fertiggestellte Brücke gibt, die Afrika mit dem Sinai verbindet!
Die Brücke vom Panamakanal konnten wir in T-Shirt und kurzen Hosen passieren, hier brauchen wir unsere warmen Fleecepullis!
Nachdem Samir sein "Pilot Bakschisch" erhalten hat (10 US$ und Zigaretten), wird er abgeholt. Wir sind froh als das Lotsenboot ohne uns zu rammen davonbraust! Das Mittelmeer und somit EUROPA liegt vor uns!
 
 Was wäre Ägypten ohne seine Pyramiden?28.04.2005 
 Kairo 
 
Wir nutzen die Gelegenheit von ISMAILIA aus mit der scandinavischen Seglertruppe (Blouwtonge, Vindela, Avanti, Onyx und Nardis) doch noch dorthin zu fahren. 100 KM sind es bis Kairo, unterwegs ist die militärische + polizeiliche Präsenz unübersehbar! Die Stadt liegt unter einer Dunstglocke, von der Schnellstraße aus sehen wir unglaublich viele Hochhaussiedlungen mit halbfertigen Häusern, bestückt mit Satelitenantennen. 20 Millionen Menschen leben hier ( Australien hat 18 Mio EW) gedrängelt auf engem Raum! Der Straßenverkehr ist dicht wie in allen Großstätten, nur von Abgasnormen hat man hier wohl noch nichts gehört!
Irgendwann tauchen dann die Pyramiden im Dunst auf..............
die Größte hat eine Seitenlänge von 227,5 m und ist fast 3 mal so hoch wie der Kirchturm unserer Amanduskirche in Datteln! Rieisige Granitblöcke wurden hier zusammengefügt, es ist unglaublich und nicht nachvollziehbar wie die Menschen vor 4500 Jahren das gemacht haben! Wir reihen uns ein in die Masse der Touristen aus aller Herren Länder! Auch hier sind überall Polizeikontrollen und das gesamte Gelände wird streng überwacht! Man hat Angst vor weiteren Anschlägen auf Touristen! Ehrlich gesagt, so ganz wohl war uns irgendwie nicht zumute.......
 
 Kaıro/ Gizeh28.04.2005 
 Kaıro/ Gizeh 
 
Wir reihen uns ein ın die Masse der Touristen aus aller Herren Laender......
 
 Suezkanalpassage Teil 127.04.2005 
 ISMAILIA30°35,100N,032°16,350E 
 
11.00 Uhr: Wir sitzen an Bord und warten.......................nichts passiert! 11.15 Uhr: Am 15.Dez. 2004 schrieben wir, daß wir die STAR FLYER getroffen haben und nun ihren Kurs Richtung der untergehenden Sonne folgen werden! Jetzt sehen wir die STAR CLIPPER den Kanal passieren! Ob wir ihr tatsächlich folgen werden?
11.30 Uhr: Tatsächlich: wir werden angewiesen dem Pilotboot Nr. 1374 und somit auch der STAR CLIPPER zu folgen! Wir können es kaum glauben, kein Lotse kommt zu uns an Bord!
Also: Leinen Los und Kurs Nord! 160 KM Suezkanal liegen vor uns. Dieser Kanal, schon 1869 fertiggestellt, verkürzt den Seeweg nach Asien und Australien um viele tausend Meilen. Im Gegensatz zum Panamakanal hat der Suezkanal keine Schleusen, ist dafür aber doppelt so lang, nämlich 160 KM! Wir Yachten passieren diese Strecke unter Motor in 2 Tagesabschnitten!
15.00 Uhr: Wie Küken einer Glucke folgen wir hintereinander dem Pilotboot. Nach jedem Streckenabschnitt von etwa 15 - 20 KM kommt ein neues Boot, die Besatzung weist uns mit Hup und Handzeichen an was zu tun ist! Ziemlich dicht passieren wir die entgegenkommende Großschifffahrt! Der Kanal führt durch den Großen und Kleinen Bittersee, wo viele kleine Fischerboote segeln. Irgendwie beneide ich sie! Wann können wir endlich mal wieder segeln?
19.00 Uhr: Es ist schon dunkel als wir im Yachtclub von ISMAILIA festmachen! Unsere scandinavischen Freunde erwarten uns schon und helfen uns! Im Yachtclub trinken wir gemeinsam noch ein Bier, bevor wir totmüde in die Kojen fallen!
 
 Suez Kanal27.04.2005 
 Suez Kanal 
 
Schiffsbegegnungen im 1. Teıl vom Suez Kanal
 
 Sturm im Wasserglas....26.04.2005 
 
9.30 Uhr: Gerade noch gibt man uns Bescheid, daك in etwa einer Stunde der Lotse zu uns an Bord kommt. Wir fahren nochmals an Land um unsere Ausklarierungspapiere abzuholen, da gibts die Info: "A warship is coming! No Yacht Konvoi today!"
Das ist ؤgypten, auf nichts kann man sich verlassen!
Durch die Konvention von Konstantinopel wurde 1888 der Suezkanal für neutral erklنrt und muك seitdem für alle Schiffe auch Kriegsschiffe geِffnet bleiben; das Recht auf freie Duchfahrt gilt auch heute noch für alle Staaten im Frieden!
Wنhrend die Groكschiffahrt den ganzen Tag über trotzdem fahren darf, müssen wir (sicher sind wir so gefنhrlich, oder gilt das unserer Sicherheit?!) einen weiteren Tag am Ankerplatz verweilen..........
12.30 Uhr: Der Agent ruft über UKW alle Schiffe auf! Es gibt "a new regulation": Die Kanalbehِrden haben bestimmt, daك es nur noch einen Yacht Transit gibt, wenn 15 Yachten zusammen fahren! Was soll den das nun schon wieder? Wir werden alle gebeten einen Brief an die CANAL AUTHORITIES zu schreiben.
13.30 Uhr: Zusammen mit unseren Agenten von FELIX und vom "Prince of the Red Sea" fahren wir zur Port Aithority. Noch ehe wir irgendwelche Argumente hervorbringen kِnnen, versichert man uns, daك ein Transit nur heute wegen dem Kriegsschiff aus Sicherheitsgründen nicht mِglich wنre, morgen kِnnten wir fahren, auch wenn wir nur mit 3 - 4 Schiffe wنren! Es gنbe sogar eine Erleichterung für uns (und das freut uns besonders!), es kommt kein Pilot oder Lotse mehr an Bord. Unser Konvoi würde jediglich von einem Pilotboot begleitet..................
 
 Bummel durch Suez City...25.04.2005 
 
Mit einem hier üblichem Fortbewegungsmittel, dem Minibus fahren wir für wenige Pfund in die Stadtmitte. Dort herrscht reges Treiben. Viele kleine Lنden laden zum Bummeln ein, doch die Anmache der Ladenbesitzer schreckt uns ab irgendeinen Laden zu betreten. Trotzdem macht es Spaك sich hier umzusehen.........
Für morgen ist der erste Teil der Kanalpassage bis Ismailia geplant!
 
 Suez City25.04.2005 
 
.........und weil ich ein Tnternet Cafe gefunden habe, uebrigens das PREISWERTESTE auf der ganzen Welt, findet Ihr in den letzten Kapiteln viele neue Fotos!!!!
 
 Suezkanaltonnage,24.04.2005 
 Suez Yacht Club 
 
Für die Kanalpassage muß die HARLEKIN mal wieder vermessen werden! Anders als im Panamakanal, wo es nur um die Schiffslänge ging und pauschal ein Betrag bezahlt werden mußte, wird hier nach einer für uns nicht nachvollziehbaren mysteriösen Formel die Suezkanaltonnage ausgerechnet! Ohne Bandmaß und Taschenrechner kam ein " Vermesser" an Bord, lieh sich von uns die Gerätschaften und rechnete irgendwas in arabischen Schriftzeichen aus. Mit dem Ergebnis ( etwa 3-4 x so hoch wie das tatsächliche Gewicht der HARLEKIN) sind wir zufrieden!
 
 Geschafft!!!23.04.2005 
 Suez Yacht Club29°56,900N,032°34,400E 
 
Nach 1477 Seemeilen ab Bab el Mandeb haben wir nun SUEZ erreicht! (Luftlinie= 1205 sm) Noch gestern, nur 5 sm vor dem anvisierten Ankerplatz, gab es wieder was "auf die Mütze"! 2 Stunden haben wir dann für diese wenigen Seemeilen gegen Wind und Welle noch gebraucht. Die restlichen 12 Meilen waren dann heute morgen für uns nur noch ein Klacks! 242 Seemeilen hat unser VOLVO nun mehr auf seinem Stundenzähler, zum Glück war der Diesel hier überall recht günstig (0,20 - 0,50 US$/L)
Wir liegen jetzt vor dem Suez Canal Yachtclub zwischen zwei Mooringbojen und warten auf günstge Wetterbedinungen für die Passage von Port Said nach Zypern! Hinter uns sehen wir die großen Containerschiffe den Kanal passieren.......
 
 Jeder Tag ein Abenteuer.....22.04.2005 
 die letzten 60 sm nach Norden bis SUEZ29°35,000N,032°38,000E 
 
Wieder einmal interessiert uns, wie andere Weltumsegler die Rote Meer Passage beschrieben haben! Ich nehme das Buch "Jeder Tag ein Abenteuer" zur Hand! Hier einige Zitate:
"...........entsteht innerhalb weniger Minuten die für das Rote Meer typische und für uns unbekannte steile See. Schon bald schlägt der Bug schwer gegen die Wellen, deren kurze Folge unsere Fahrt auf weniger als zwei Knoten herabdrückt und uns teilweise auf der Stelle stampfen läßt.........."
".........wir müssen versuchen, den etwas schwierigen Ankerplatz noch vor der Dunkelheit zu erreichen. Im Schneckentempo beginnt jetzt ein Wettrennen mit der Zeit.......wir kämpfen uns Meile für Meile voran........"
"Aus heiterem Himmel treffen uns die ersten Böen mit Sturmstärke, außerdem beträgt die Sicht bald nur noch wenige Meter.........ein Sandsturm..........so unvermittelt, wie er einsetzte, schläft der Wind nach einigen Stunden fast schlagartig wieder ein. Zurück bleibt nur Sand, überall Sand......."
"Wetterprognosen bilden bei uns ein Thema, das - wie so häufig- in wilde Spekulationen ausartet. Aber im Rotem Meer ist es auch besonders schwierig........das Barometer reagiert völlig unberechenbar............zweimal sind wir auf völlig falsche Prognosen hereingefallen. Seitdem verlegen wir uns hauptsächlich auf die Raterei!"
" Da wir das Wetter in dieser Gegend einzig nach der Stärke des Gegenwindes beurteilen, empfinden wir die Bedingungen am folgendem Morgen als geradezu ideal. Denn es herrscht Totenflaute!"
"Am Ankerplatz Marsa Zeitiya: Zweimal im Laufe von drei Wochen wagen wir vergeblich den Sprung nach Norden. Jedesmal müssen wir vor den steilen Seen und Windgeschwindigkeiten von 30 bis 35 Knoten kapitulieren. Geduld und wieder Geduld wird deshalb unsere Devise!"
Die Reise mit der "Seven Seas" wurde vor gut 30 Jahren (1972 - 1977) gemacht, den Ausführungen hab ich nichts hinzuzufügen, im Gegenteil, sie könnten aus meiner Bleistiftmine stammen........................
Bei Flaute geht es heute weiter nach Norden, wir überqueren das Verkehrstrennungsgebiet, da wir auf der Sinaiseite ggf. schneller einen Ankerplatz anlaufen können (falls es uns nochmals erwischen sollte!)! Zur Zeit sind nur einige nordgehende Frachter unterwegs!Wir steuern den AP Qadd el Tawila auf 29°47N; 32°38E an!
 
 Erinnerungen.......22.04.2005 
 Ankerplatz Qadd el Tawila 
 
Vor 15 Jahren sind wir schon einmal im GOLF von SUEZ gesegelt, auch mit einem Katamaran und zwar mit der TELUMEE, einer Shangri La Nova, gebaut in Kalkar am Niederrhein. Eigner Jochen wollte im Rotem Meer überwintern, die Crew lief jedoch nachts auf ein Riff und so mußte das Schiff in Suez repariert werden. Mit Ersatzteilen und Dollar im Gepäck kamen wir damals in Suez an. Die TELUMEE hing am Krahn und wurde mit den mitgebrachten Dollar ausgelöst und erst dann wieder ins Wasser gesetzt. Wir verproviantierten uns und konnten anschließend den gesamten Golf in südlicher Richtung mit dem buntem Spinnacker segeln! Dabei spielte Jochen auf seinem Klavier: I am sailing...........
Anders als jetzt haben wir damals mehrere Tauchplätze angelaufen und waren beeindruckt von der Unterwasserwelt......
Jochen ist dann später mit der TELUMEE wieder zurück ins Mittelmeer und anschließend über den Atlantik in die Karibik gesegelt. In Venezuela ist er dann "hängen geblieben"! Dort kann man noch heute mit ihmauf dem Kat die LOS ROQUES besuchen!

Nachtrag, 25. April
Vor dem Yacht Club sehen wir einen alten ؤgypter auf einer VESPA stehen! Der kommt uns irgendwie bekannt vor! Ist das etwa Ibrahim, der Agent, der damals die TELUMEE betreut hat? Wir fragen ihn und erzنhlen von dem damaligem Erlebnis! Er kann sich gut erinnern, denn ein Kat am Kran, der mit den Dollars der "blonden people from Germany" ausgelِst werden muكte.....das kommt ja nicht alle Tage vor! Wir standen damals mit unserem Gepنck am RED SEA Hotel, als er mit seiner VESPA vorbeigefahrten kam, anhielt und fragte: "Have you Dollar?". Ich hab mich damals hinten auf seinen fahrbaren Untersatz geschwungen und bin mit ihm zu Jochen und der TELUMEE gebraust........
 
 Aller guten Dinge sind 4..... ?!?!21.04.2005 
 Ankerplatz Marsa Thelemet29°03,483N,032°38,315E 
 
1.00 Uhr: Flammen und Rauch steigen senkrecht auf! Die Lichter an Land und der Lotsenboote, die in unserer Nähe an den Bojen liegen, spiegeln sich an der Wasseroberfläche...............es ist kurz nach Mitternacht, wieder einmal "kribbelt" es und wir wagen einen weiteren, nun 4. Versuch!!! Durch die Nacht zu fahren ist hier, nachdem wir das "Nadelöhr" der STRAIT OF GUBAL schon passiert haben, gar nicht so schwierig! Wir fahren entlang der Schiffahrtsroute nach Nordwesten. Bis SUEZ sind es noch 140 sm! Immer haben wir jedoch den nächstmöglichen Ankerplatz im Auge, um ggf. Schutz zu finden, falls der Wind mal wieder macht was er will!
13.30 Uhr: Das gibt es doch nicht! Gerade sind wir noch mit 10-15 Knoten SE Wind motorgesegelt und nun, eine Minute später: vor uns weiße Schaumkronen , das Vordegel fängt an zu schlagen, 20 - 25 - 30 Knoten Wind von vorn, die Sicht verschlechtert sich zunehmend, die PANGAEA, 3 sm hinter uns ist nicht mehr zu sehen.......................Was nun? Der nächste gescheite Ankerplatz ist noch 20 sm in Luv entfernt, alternativ müßten wir 30 sm zurück! Die Windstärke pendelt sich auf 20 Knoten NE ein, ein Wettlauf mit der Zeit zum geschütztem Ankerplatz Marsa Thelemet beginnt............. 18.30 Uhr: Geschafft! Der Wettergott hatte ein Einsehen, der Wind ließ nach, hat aber unsere HARLEKIN wieder einmal mit Sand überpudert. Bei Sonnenuntergang erreichen wir den Ankerplatz...............die PANGAEA lotsen wir mit Hilfe von Lichtsignalen und Radar in die Bucht, früh fallen alle in ihre Kojen.........
 
 Einfache Mittel der Windmessung....20.04.2005 
 Ankerplatz Marsa Zeitiya - noch 140 sm bis Suez 
 
Ist es die Ungeduld, das nahe Ziel MITELMEER vor Augen zu haben? Sind es die unzuverlässigen Wetterberichte? Haben gestern noch zwei Frachter wegen Wetter befragt, der Eine sagte: "Der Wind bleibt NW , in der Nacht nimmt er ab!" Der Andere meinte: " Der Wind kommt in den nächsten Tagen aus südlichen Richtungen!" Genauso sehen die Grib Files aus, und auch die Vorhersagen die INTERMAR zur Verfügung stehen! Nach dem 3. Startversuch bei Schwachwind am gestrigen Abend (nach 8 sm wieder Zunahme auf 20/25 Knoten von vorn!) liegen wir wieder am gleichen Ankerplatz, der uns vor Wind und Welle schützt! Unser Windmesser ist nun die Flamme der Raffinerie an Land, solang diese noch waagerecht "weht", bleiben wir hier....... Es ist hier zwar nicht sonderlich attraktiv, aber laut Info vorausgehender Yachten darf man hier eh nirgends an Land! Zum Glück bleibt uns die Gesellschaft der PANGAEA und der MeNeVado!
 
 In der Straße von GUBAL....19.04.2005 
 Ankerplatz Marsa Zeitiya - noch 137 sm bis Suez27°49,800N,033°34,900E 
 
gestern abend: Kaum haben wir die Urlaubsgebiete im Großraum Safaga/Hurghada verlassen, sehen wir auch schon die ersten Ölplattformen und am Horizont einen gelben Dunst. Es riecht nach ÖLraffinierien und der Mief kann wegen einer Smogwetterlage nicht abziehen! Beim Durchfahren der STRAIT of GUBAL gibt es dann noch eine "Navigational Warnung" für dieses enge Gebiet, durch das ein Verkehrstrennungsgebiet verläuft! Wir beschließen hier lieber nicht bei Nacht durchgehen und weil wir beide außerdem sehr müde sind, suchen wir uns einen Ankerplatz! Laut verschiedener Wetterberichte soll es ja diese Woche schwachwindig bleiben!
heute morgen: Guten Mutes sind wir dann auch heut morgen um 5 Uhr gestartet..........nach einer halben Stunde hat plötzlich wieder jemand einen "Windschalter" angeknipst: 20 - 27 Knoten von vorn! Wieder ist ein vorwärtskommen unmöglich! Diesmal aber brauchen wir nur 4 Meilen zurücklaufen!
 
 Wetterfenster für den Golf von Suez18.04.2005 
 Safaga nach Suez- noch 200sm 
 
6.00 Bordzeit: Gestern abend haben wir uns noch zu einem gemeinsamen Abschiedsessen in italienischem Restaurant des Resorts getroffen! Lag uns das Essen zu schwer im Magen, oder sind es die Mücken, die bei dem inzwischen abgeflautem Wind wieder aktiv werden? Auf jeden Fall findet vor allem Norbert keine Ruhe! Noch in der Dunkelheit legen wir ab und fahren entlang unseres GPS Tracks aus der Marina und der ABU SOMA Bay. Fast mangeln wir noch die PANGAEA über, deren winzige Ankerfunzel am Heck nicht zu sehen ist! Gerade noch rechtzeitig erkennen wir sie im Radar und im Scheinwerferlicht! Sie hatten sich schon am Abend vorher vor Anker gelegt! Gemeinsam geht es weiter Richtung Norden zum GOLF VON SUEZ....................wir sind gespannt, wie lange dieses "Wetterfenster" anhält! Bis Suez sind es noch etwa 200 Seemeilen.........
 
 Safaga17.04.2005 
 
 
 In Safagas City....17.04.2005 
 Safaga 
 
Es bietet sich die Möglichkeit mit einem Minibus für umgerechnet 3 US$ nach SAFAGA zu fahren, denn wir haben immer noch zu viel Wind um weiterzusegeln!
In der Altstadt lassen wir uns absetzen. Dort wird gerade eine Kanalisation verlegt! Wir bummeln die Straße entlang und ergänzen unsere Bordapotheke noch mal mit günstigen Medikamenten, kaufen noch mal Obst (es gibt sogar frische Erdbeeren!), Gemüse und Eier und trauen uns sogar mal Fleisch beim Metzger einzukaufen...........
Für den Sicherheitscheck vor der Kanalpassage besorgen wir uns noch einen neuen Feuerlöscher, unsere sind nach fast 10 Jahren Weltreise abgelaufen!
 
 Fast startklar....16.04.2005 
 Kiriazi Marina 
 
Seit Darwin und vor allem in Indonesien und hier im Rotem Meer haben wir so viel motort oder motorgesegelt um voranzukommen, wie sonst in 2 - 3 Saisons (insgesamt etwa 800 Stunden)! Wieder einmal füllen wir unseren Dieseltank und die Kanister auf! Glücklicherweise ist der Diesel hier erschwinglich (z.Z. 0,20 US$/ L incl. Fracht). Etwa 400 l haben wir nun an Bord, damit müßten wir auch bei schlechten Bedingungen bis in die Türkei kommen! Sicherheitshalber lassen wir ihn durch einen Spezialfilter laufen, doch er ist o.k.!
Wenn jetzt noch der starke Wind nachläßt, kann es weiter gehen.......
 
 Suezkanalpassage15.04.2005 
 Kiriazi Marina 
 
Wie auch damals in der Karibik (Panama) drehen sich hier die Diskussionen um die bevorstehende Passage des Suezkanals. Welchen Agenten nimmt man? Wie läuft die Passage ab und was kostet das Ganze? Was muß man beachten im Umgang mit dem Pilot, der an Bord kommt? Wo klariert man aus? Wir alle bemühen uns Infos von vorausgegangenen Yachten einzuholen! Heute treffen wir uns mit dem Agenten der deutsch- ägyptischen Agentur IBRAMAR, der unter anderem auch hier in Safaga ein Office hat! Mal sehen, was er für unsere Gruppe von Trans-Ocean Mitgliedern hier tun kann! Die Hauptagenten der Yachten sind der "Prince of the Red Sea" und Nagib Latif von der FELIX Agentur.
 
 Trip nach Hurghada....14.04.2005 
 Kiriatzi Marina 
 
Diese Marina soll für uns die letzte Station vor unserer Passage durch den Suezkanal sein! Wir brauchen unbedingt noch mal frischs Obst und Gemüse! Sharif organisiert uns einen Minibus, der uns von A nach B transportiert. Hurghada präsentiert sich uns als eine Aneinanderreihung von Hotelanlagen, Shops, Baustellen und Müll und Bauschutthalden! Für uns nicht sonderlich attraktiv.......wahrscheinlich sind wir in der Hinsicht inzwischen zu verwöhnt! Ich hab keinen Anreiz irgendwelche Fotos zu schießen......
 
 Schwelgen im Luxus..... 13.04.2005 
 Kiriazi Marina 
 
Diese neue Marina ist ein Teil des neuen Intercontinental Abu Soma Resorts, in dem erst vor wenigen Wochen die ersten Gäste gekommen sind! Es gibt hier eine Bank, ATM, Restaurants + Shops, ein Kommunikationszentrum, allerdings eben zu touristisch hohen Preisen, die wir nicht mehr gewohnt sind! Das Wellnesscenter mit Schwimmbad, Sauna und Fitneßstudio allerdings dürfen wir kostenlos mitbenutzen! Der Hafenmeister Sherif ist sehr bemüht um uns, wir sind seine ersten Besucher. Er arrangiert Bustransfers nach Safaga, Hurghada oder Luxor, bemüht sich darum, daß wir preiswert Diesel tanken können und arrangiert Wäscheservice! Zur Zeit kostet die Nacht am Steg pauschal nur 11 US$ (+ Wasser + Strom), demnächst zahlen Yachten bis 15 m Länge etwa 1,50 US$/m/Tag.< br> Weitere Infos unter: http://kiriazimarina.com

siehe auch: http://www.bluewater.de/aegypten.htm
 
 Nach 5000 Meilen ab Phuket....12.04.2005 
 Safaga/ Abu Soma Bay/ Kiriazi Marina26°50,000N,033°57,400E 
 
Beim RED SEA Net gibt es die Info, daß die neue Marina in Hurghada (Abu Tig) voll ist, da alle Yachten aufgrund der Windverhältnisse länger bleiben als geplant! Gleichzeitig aber werden die Koordinaten einer neuen, allerdings noch nicht ganz fertigen Marina bekanntgegeben! Das wäre was für uns! Wir alle (HARLEKIN, PANGAEA, LA ROSSA) nutzen die wind und seegangsarme Nacht und kommen beim ersten Büchsenlicht dort an! Nur wenige Schiffe liegen in der halbfertigen Marina vor einer Hotelanlage! Auf dem ersten Blick etwas öde! Aber was wünscht sich ein Segler nach fast 5000 Meilen ohne Wasseranschluß? Mal wieder eine Süßwasserdusche für sich und das Schiff.......... und Wasser soll es hier am Steg schon geben! Das ist auch die erste Aktion unserer Skipper..............sie klettern sogar mit dem Wasserschlauch in den Mast......... eine gelbbraune Brühe findet seinen Weg ins glasklare Hafenwasser..........
 
 Harterkaempfte Meilen zurueck....11.04.2005 
 El Quseir26°06,000N,034°17,000E 
 
Gegen Abend ließ gestern der wieder einmal kräftige Wind nach, nichts wie Leinen Los.........
Die ganze Nacht motorsegeln wir bei relativ ruhiger See und kommen gut voran, bis es kurz vor der Morgendämmerung wieder anfängt zu schlagen. Es briest auf und das Windinstrument zeigt nach kurzer Zeit schon wieder über 20 Knoten an, bei zunehmenden Seegang!
Was nun? Bis zu unserem geplantem Ziel sind es noch 30 Seemeilen und unser GPS rechnet uns aus, das wir irgendwann am spätem Abend in Safaga ankommen würden....... unmöglich, da dort Riffe vorgelagert sind! Die PANGAEA ist in unserer Nähe und ist ebenfalls ratlos! Querab gibt es eine Ankermöglichkeit bei einer Verladestation für Phosphat, wir drehen ab und halten darauf zu. Als wir ein Frachtschiff im Phosphatstaub verschwinden sehen, müssen wir einsehen, daß wir vom "Regen in die Traufe" kämen! Nochmals versuchen wir gegenan zu gehen, doch es hat keinen Zweck, wir müssen in den "sauren Apfel" beißen und (zum ersten mal auf der gesammten Reise um die Welt) umdrehen! 15 hart erkämpfte Seemeilen laufen wir bei herrlichem Segelwind wieder zurück. Am Ankerplatz EL QUSEIR treffen wir die LA ROSSA wieder, deren repariertes Motorgetriebe die Generalprobe einigermaßen bestanden hat! Auch die PANGAEA, die zunächst mal für einige Stunden beigedreht hatte um abzuwarten, ob der Wind nachläßt, gesellt sich zu uns! Wir verbringen einen geselligen gemeinsamen Nachmittag auf der LA ROSSA!
 
 Am Ankerplatz El Quesir11.04.2005 
 
 
 Retortenstadt10.04.2005 
 Port Ghalib 
 
Port Ghalib (auf der Seekarte steht Mubarak) ist seit dieser Saison der erste Einklarierungshafen wenn man von Süden nach Ägypten kommt. Nur hier ist es zur Zeit (April 2005) möglich, preiswert und ohne Agent einzuklarieren, und nur wenn man hier einklariert hat, braucht man sich nicht mehr in jedem weiterem Hafen zu melden um erneut einzuklarieren (was immer mit Agentenkosten verbunden sein kann!) Die Gebühren für das Schiff betragen 10 US$ pro Monat . (für Schiffe ab 18 Meter= 17 US$) Man sollte sich hier überlegen, wie lange man voraussichtlich bleibt und lieber für einen Monat länger im voraus zahlen! Verlängerungen in anderen Häfen werden ansonsten kompliziert und teuer!

siehe auch http://www.bluewater.de/aegypten.htm

Ein Visum bekommen wir hier "on arrival" für15 US $. Es ist zunächst mal 4 Wochen gültig und soll ohne Schwierigkeiten verlängerbar sein!(ich werde ggf. berichten!)
Die Abu Tigg Marina in Hurghada wartet auch auf diesen Einklarierungsstatus, empfiehlt uns Seglern zur Zeit aber noch zum Einklarieren erst Port Ghalib anzulaufen! Wichtig ist noch gültige Schiffspapiere dabei zu haben, man achtet darauf, daß sie noch nicht abgelaufen sind! Wir haben unsere zum Glück beim letztem Heimataufenthalt verlängern lassen!
Mitten in der Wüste wird hier eine Hotelstadt mit Marina nach dem Vorbild von Port Grimaud aus dem Boden gestampft! Im Moment ist es hier aber noch nicht sonderlich attraktiv, da alles noch nicht fertig ist. Für einen Crewwechsel oder um sein Schiff einige Zeit liegen zu lassen um nach Hause zu fliegen aber nicht uninteressant, da der internationale Flughafen MARSA ALAM nur 5 KM entfernt ist! Dorthin bringt man uns auch mit einem Sammeltaxi damit wir an einem ATM Automat Ägyptische Pfund ziehen oder Dollar eintauschen können! Die Sicherheitsvorkehrungen sind hier unglaublich hoch, ohne Pass kommt man erst gar nicht ins Flughafengebäude! Anschließend fährt man uns noch zu einem kleinem Laden in einem Hotelkomplex, wo wir sogar holländischen Käse, Salami, Butter und Yoghurt kaufen können! Leider aber gibt es kein Gemüse und Obst!
Im Hafen selber ist es kaum zum Aushalten: Fliegen und Mücken kommen in Scharen und der Wind verteilt Sand und Zementstaub über und im Schiff! Hinzu kommen noch teure Marinagebühren.......alles in allem zur Zeit ein schlechtes Preis / Leistungsverhältnis! Jeder will nur schnell wieder hier weg.........
Weitere Infos unter: www.portghalibmarina.com
www.bluewater.de/aegypten.htm
 
 Geduld ist angesagt......09.04.2005 
 Port Ghalib25°32,100N,034°38,600E 
 
Noch in der Dunkelheit erreichen wir alle nach 122 sm Port Ghalib. Die Einfahrt ist betonnt, trotzdem warten wir auf erstes Büchsenlicht um einzulaufen, es gibt nämlich noch keine Detailkarten! Die Marina befindet sich noch in der ersten Bauphase! Im Päckchen müssen wir alle an die Quarantänepier, wir kochen Kaffee und frühstücken gemeinsam. Es wird ein langer Tag mit WARTEN, - GEDULD ist angesagt, denn 13 Boote haben dieses Wetterfenster ausgenutzt und sind heute zum Einklarieren hier angekommen! Am Spätnachmittag, als schon alle ungeduldig werden, kommt der Marinamanager Sharief mit T-Shirts und Kappen für alle und hält uns bei Laune! Er verspricht uns, daß wir noch heute abend unsere Pässe zurückbekommen........
 
 Nach dem Sturm....08.04.2005 
 unterwegs nach Norden24°53,000N,035°14,000E 
 
Das ist nach einer Woche Starkwind am Ankerplatz von unserer NATIONALEN nach übrig geblieben! Zum Glück haben wir vorgesorgt und noch Nachschub an Bord! Ich kann leider nicht mehr nachhalten, die wievielte es auf unserer Reise schon ist!
Der Wetterbericht, den unsere Funkamateurfreunde von INTERMAR (siehe auch: www.intermar-ev.com) uns vorausgesagt haben, war diesmal ein VOLLTREFFER: seit heute Nacht ist es schwachwindig und wir sind unterwegs nach Norden zum Einklarierungshafen PORT GHALIB.
Getrübt ist die Freude durch die Nachricht (Deutsche Welle) eines Attentats auf eine Touristengruppe in Kairo. Wir wissen, daß viele Yachtcrews die Starkwindphasen für Ausflüge nach Luxor und Kairo nutzen......
 
 Startbereit...07.04.2005 
 Ankerplatz Ras Baniyas 
 
12.00 Bordzeit: Um jederzeit startklar zu sein, erklären Norbert und Christoph sich bereit die Anker aller Schiffe am Ankerplatz zu schecken, denn der Ankergrund ist teilweise Koralle, sodaß sich Ankerketten schon mal um einen Block wickeln oder Anker sich hinter einem Block festhaken können! Laut Wetterberichte soll es ab heute Nachmittag ein neues "Wetterfenster" geben! Wettervorhersage und Realität klaffen aber immer noch weit auseinander.......im Mittel haben wir noch 25 Knoten aus Nord!
 
 Langeweile?06.04.2005 
 Ankerplatz Ras Baniyas 
 
Noch immer pfeift es mit 30 - 35 Knoten hier am Ankerplatz!
Folgende Worte kamen mir als Zusammenfassung unserer letzten großen Passage in den Sinn:

Die Harlekin zieht mal wieder ihre Bahn....
...diesmal über den Indischen Ozean!
Das Mittelmeer, das ist ihr Ziel,
doch bis dort sind´s noch der Meilen viel!
Nachdem Naturgewalten uns ihre Kraft gezeigt,
das Jahr 2004 sich dem Ende neigt!
Man will nun nicht mehr lنnger warten,
im Januar wir alle von Phuket aus starten.......

Die Hِloplop ist auch dabei,
sie war uns schon im Atlantik treu!
Und WINDROSE, die wir von der Karibik her kennen,
mِchten wir hier auch benennen!

Baumstنmme und Trümmer schwimmen noch im Meer,
und behindern unsere ـberfahrt sehr!
Sri Lanca lassen wir rechts liegen,
denn dort hat der Tsunami auch sein Unwesen getrieben!

Uligamu heiكt unser Maledivenatoll,
wir alle finden es dort ganz toll,
würden dort gerne lنnger verweilen,
doch wir müssen leider weiter eilen!

Auf dem Wege zum Oman,
steht das Problem mit den Fischernetzen obenan!
LA ROSSA hat sich drin verfangen,
wir muكten um sein Leben bangen!

Die PANGAEA sich uns anschlieكt,
die weitre Strecke mit uns zieht!
Drauf sind drei kleine junge Damen,
drum sie überall den Baby Bonus haben!

Wir tauchen ein in eine andere Welt,
denn der Oman zu den arabischen Lنndern zنhlt!
Kamele, Wüste und Moscheen,
und viel, viel mehr haben wir gesehen!

Die MeNeVado immer rollt das Feld von hinten auf,
mit ihrem Motor sind sie einfach besser drauf!
Bleiben uns im Golf von Aden aber trotzdem treu
und fahren mit uns durchs Piratengebiet im Konvoi!

Ab Bab el Mandeb der Wind schon mنchtig in die Takelage knallt,
drum machen wir in Mersa Dudo gleich den ersten HALT,
Die Jِke im Sandsturm verschwindet,
sie das aber nicht ganz so lustig findet!

In Massawa sehen wir Ruinen
und auf den Inseln sind viel Minen,
das ist uns zwar nicht einerlei
zum Glück ist der Krieg aber inzwischen vorbei!

Einen Zeitsprung von 2000 Jahren,
wir in der alten Stadt Suakin haben,
zu Ostern sind wir an diesem historischem Ort,
doch bald schon geht es wieder fort.

Leider einen Tag zu spنt,
denn in Ras Baniyas werden wir schon wieder eingeweht!
Liegen dort mit 30 - 40 Knoten,
ansonsten wir uns hier nicht viel geboten!

Grib Files hin und INTERMAR her,
an die Wettervorhersagen glaubt keiner mehr!
Niemand weiك, wie lang es noch dauern kann,
bis wir endlich kommen im Mittelmeer an........

5000 Meilen von ganz vielen Meilen um die Welt,
halten wir zusammen, nur das "Heil ankommen" zنhlt!
Mehrmals tنglich auf der Funke heiكt es :
"Seid Ihr alle da? Wie ist der Wind, das Wetter?
Ist auch sonst alles klar?"
Es nimmt auf diesem Meere die groكe Einsamkeit,
man ist hier nicht alleine, es gibt uns Sicherheit!
Das Funken, was uns gut gefنllt,
`ne Email schreiben um die Welt
hنlt uns in Verbindung, ist doch klar,
drum TSCHـSS....
..... bis irgendwann einmal!

Ingrid von der HARLEKIN
 
 Überreichweiten....05.04.2005 
 Ankerplatz Ras Baniyas 
 
Auch die letzten Zweifel sind nun weg, nachdem wir die Info erhalten haben, daß eine Yacht, die paralell zu uns segelte und weiter nordwärts gelaufen ist, noch weitere 36 Stunden gegen Wind und Welle unterwegs war! In der zweiten Nacht erreichten sie völlig entnervt Port Ghalib und hatten vor der Hafeneinfahrt eine Riffberührung! Wir alle sind HAPPY uns für diesen STOPP entschieden zu haben. Auch die Pangaea hat es noch geschafft, -inzwiswchen liegen hier 11 Yachten vor Anker und warten ab! Der Wind hat weiter zugenommen, am Windinstrument lesen wir bis zu 40 Knoten ab! Zu Wasser gelassene Dingis wurden zum Spielball für Wind und Wellen und so können wir uns gegenseitig leider nicht besuchen. Wir verabreden "Plauderstündchen" an der Funke! Hier im Rotem Meer gibt es ein irres Phänomen, nämlich UKW Überreichweiten! Zeitweise können wir mit Yachten funken, die 120 Seemeilen entfernt im Hafen von Port Ghalib liegen und manchmal hören wir sogar Jeddah Port Control auf der arabischen Seite des Rotes Meeres........
 
 Keine Energieprobleme...04.04.2005 
 Ankerplatz Ras Baniyas 
 
Aufgrund der kühleren Temperaturen braucht unser Kühlschrank nicht mehr so viel Energie und auch die Sonnenkollektoren ( 4 x 4 Ampere ; 1 x 2,5 Ampere) laden besser als in den heißeren Gegenden! Damit die Batterien nicht überladen werden, schalten wir unseren Windgenerator, der auch mit 20 - 25 Ampere laden würde, ab! Es bleibt genügend Energie für Wassermacher, Kühlschrank, Laptop, Radio, Navigationsinstrumente............
 
 Wir frieren......03.04.2005 
 Ankerplatz Ras Baniyas 
 
Ganz deutlich merken wir inzwischen, daß wir uns nördlichen Gefilden nähern! Wir holen Fleecepullis und lange Hosen hervor und auch nachts brauchen wir wieder eine warme Decke! Michael von der SY Jöke erzählt uns sogar, daß er seine Lammfellpantoffeln aus Neuseeland hervorgekramt hat! Natürlich läßt uns der starke Wind die Temperaturen noch kühler empfinden als sie wirklich sind! Tagsüber klettert das Thermometer "nur" noch auf etwa 28° C und nachts fällt es unter Deck auf etwa 20° ab! Auch die Wassertemperatur beträgt hier nur noch 22,5° C, ohne Neopren ins Wasser zu steigen fällt uns schwer! Der Wind frischt heute tagsüber bis auf 30 Knoten in Böen 34 Knoten auf! Es herrscht richtig Seegang am Ankerplatz und man kann noch nicht mal das Dingi zu Wasser lassen.........
 
 Aprilscherz?01.04.2005 
 Ankerplatz Ras Baniyas23°30,000N,036°05,000E 
 
12.00 Uhr Bordzeit: Soeben hat Klaus DL3CD von INTERMAR uns noch eine gute Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes gegeben: die nächsten 24 Stunden soll es noch so ruhig bleiben........ Yachten, die uns etwa 30 Meilen voraus sind, geben über Funk eine Windzunahme durch :15 - 20 Knoten auf die Nase! Es dauert auch nicht lang da haben auch wir diesen Wind und es ist unglaublich, wie schnell sich der entsprechende Seegang dazu aufbaut! So schaffen wir die 140 sm bis Port Ghalib nicht mehr! Wir entscheiden uns, einen in 20 Seemeilen entfernten Ankerplatz anzulaufen, der auch schon vorausgehenden Yachten guten Schutz bei Nordweststurm geboten hat! Wir überschreiten den nördlichen Wendekreis, den Wendekreis des Krebses auf etwa 23° 30 Nord. Die Tropen verlassen wir auf der Nordhalbkugel aber erst bei 30°Nord, das wird in der Höhe von Suez sein! Im Mai letzten Jahres haben wir an der australischen Küste den Wendekreis des Steinbocks überschritten, inzwischen sind wir etwa 9400 sm gesegelt! Gleichzeitig kommen wir in ägyptische Gewässer, schnell wechseln wir noch die Gastlandflagge, da wir gehört haben, daß man in Ägypten sehr viel Wert darauf legt!
 
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Letzte Änderung:14.Apr.2004