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 Chaos an Bord23.06.2003 
 Mopelia 
 
Eigentlich dachte ich, es würde ein ruhiger, beschaulicher Sonntag , doch bei den starken Regenfällen tropfte es mal wieder in Norberts Koje . Er ist es nun leid und versucht das Leck zu finden. Dafür mußte der F ensterrahmen innen abgebaut werden. Beim Funktermin hatten wir dann Schwierigkeiten uns zu verständigen. Mit der Antennenabstimmung stimmte was nicht. Um an den Antennentuner zu kommen , mußte dann noch die Achterkabine ausgeräumt werden: das Chaos war per fekt! Irgendwann hab ich mich von Bord geflüchtet und einen Strandspaziergang g emacht. Dort war ich aber nicht allein: überall flitzten Einsiedlerkrebse mit ihren "Häusern" umher. Ausserdem traf ich Inah. Im Hintergrund seht Ihr ihren Arbeitsplatz.
 
 Winteranfang22.06.2003 
 Mopelia 
 
Gestern war hier im Südpazifik der kalendarische Winteranfang und wir waren eigentlich bereit weiterzusegeln. Doch schon morgens am Funk beri chtete Wolfram von der ORION, der schon auf dem Weg weiter nach Westen war , von starken Squalls und einer Winddrehung von Ost nach West, genau auf di e Nase! Uns blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten. Tatsächlich zog auch hier die Front durch und der Wind drehteebenfalls langsam über Nord nach West. Das langgestreckte Motu, das uns sonst Schutz vor Wind und Seeg ang bot lag nun hinter uns. Die Wellen kamen über das Riff und rollten un gehindert bis zu unserem Ankerplatz. Wie ein Schaukelpferd ritt die Harleki n auf den etwa 1 m hohen Wellen. Am Schlimmsten aber wurde es, als der Wind zwar drehte, die Welle aber dann von der Seite kam. In der Nacht hielten w ir und unser GPS Ankerwache!
 
 Black Pearls19.06.2003 
 Mopelia 
 
Die Perlenzüchterin Ina hat heute Geburtstag. Das Wetter ist mies, darum organisiert Erwin ein Fest auf der "Saliara". Kein Problem, weil jeder was zum essen und trinken mitbringt. Inas Freunde sorgen mal wieder für Lifemusik. Während der Woche arbeitet sie an ihrer Perlenzucht. Die große Seeperlmuschel ist hier und vor allem in den TUAMOTUS zum erwerbsträchtigem Nutztier geworden. Im Alter von etwa 2 Jahren wird ihr ein Fremdkörper eingesetzt. Die Muschel versucht diesen Fremdkörper abzustoßen und produziert ein Sekret, das sich dann verhärtet. So entsteht im Laufe von weiteren 2 Jahren eine Zuchtperle. In der Natur hat übrigens nur eine von 15.000 Muscheln eine Perle!
 
 Hurrikan MARTIN18.06.2003 
 Mopelia 
 
Ein Streifzug über das Atoll zeigte uns noch die Spuren des Hurrik ans MARTIN (siehe auch Trans Ocean Magazine Nr. 79/80/84 ) im Jahr 1997: entwurzelte und entkronte Palmen. Das tropische Klima läßt jedoch die V egetation schnell wieder nachwachsen. Unterwegs fanden wir auch einen Schweinestall. Anstatt in Heu und Stroh w ühlen die Schweine hier in Kokosnußabfällen. Man muß nicht meinen, daß die Leute hier primitiv leben. Nein, neben den einfachen Hütten ste hen die Solarpaneelen für den elektischen Strom und die Satelittenantenne n für die Fernseher!
 
 Langusten satt17.06.2003 
 Mopelia 
 
Mit reicher Beute kamen die Langustenfänger gestern Abend nach 4 Stunden harter Arbeit im knietiefem Wasser zürück. Erst bei Sonnenuntergang, hier um kurz vor 18.00 Uhr Ortszeit, kommen die Langusten von außen über das Riff in das Atoll. Will man eine erhaschen, muß man flink zugreifen, sonst verkriechen sie sich blitzschnell zwischen den Korallenstöcken. Am Abend konnten wir uns über ein leckeres Langustenessen freuen.
 
 Weißt Du wieviel Sternlein stehen.....16.06.2003 
 Mopelia16°49,600S,153°58,700W 
 
Ich hab es mir an Deck mit einem Glas Wein gemütlich gemacht. Üb er mir der Sternenhimmel mit so viel Sternen, wie man sie nur bei völlige r Dunkelheit sehen kann! Gleich muß irgendwann der Mond aufgehen, leider ist er schon wieder abnehmend und eigentlich wollten wir in dieser Mondphas e auf See sein! Doch mal wieder kommt es anders als vorher geplant! Am Horizont bltzt so ab und an ein helles Licht auf: kein Stern, sondern di e Männer mit ihren hellen Lampen am Riff auf Langustenfang. Kitah, Petea, Norbert, Erwin, Michael "Innoy" und Dieter von der "Aladi Sabah" wollen ma l für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen. Ich aber liege momentan lieb er hier und lausche den Melodien von Arnd Stein und dem le isem Summen des Windgenerators..................
 
 Sonntag auf Mopelia15.06.2003 
 Mopelia16°49.580S,153°55.620W 
 
Kurz vor 10 Uhr werde ich von Omeira abgeholt. Sie hat sich und ihre n kleinen Sohn sonntäglich chic gemacht, also hab ich zur Feier des Tages auch mal ein Kleid angezogen. Wir sind eingeladen, am Gottesdienst teilzunehmen. Man trifft sich in lock erer Runde erst mal um sich einzustimmen. Dabei wird Shaddai von Arm zu Arm weitergereicht. Die "Saliara" hat hier wirklich den " Baby Bonus"! Unterdessen wird in einem auf Betonpfählen errichteten einfachem Gebäud e zur Nachbarinsel MAUPITI gefunkt. Es werden Bestellungen aufgegeben. Unte r anderem orderte man Pampers für Shaddai, denn man möchte das die "Sal iara" noch bleibt, leider gehen ihnen aber langsam die Windeln aus! Nachfol gende Yachten sollen das Gewünschte dann mitbringen! Die "Funkbude" wurde dann umfunktioniert: auf den Tisch kam ein buntes Tuch und ein Pult mit Bibel und Gesangbuch. Das Funkgerät wurde abgedeckt und nur durch ein schlichtes Holzkreuz, das mal wieder eine Lackschicht gebrau chen könnte, war das ganze als Altar zu erkennen. Man bat uns herein und wies uns als Gäste die Plätze in der ersten Reih e zu. Mama Paulette, die Inselälteste übernahm die Funktion des Predige rs. Sie las aus der polynesischen Bibel vor. Ich verstand natürlich übe rhaupt nichts, nur das Wort "Amen", das wohl international ist. Zwischendur ch stimmte die Gemeinde, bestehend aus 6 Personen, außer uns Gästen, me lodische Lieder in ausdrucksvoller Lautstärke an. Sangen da wirklich nur 6 Leute? Es hörte sich an, wie ein großer vielstimmiger Chor! Ein Friedensgruß beendete den Gottesdienst. Bibel, Pult und Decke wurden wieder vom Tisch entfernt und das Holzkreuz wieder nach nebenan in eine Nir ostaspüle gestellt. Der Raum war nun wieder "Funkbude"! MARURU (Danke), daß wir an diesem, für uns besonderem Erlebnis teilhabe n durften!
 
 Fischen + Feiern14.06.2003 
 Mopelia16°49.580S,153°55.620W 
 
Die Beschaffung der Nahrung, sprich Fisch, nimmt hier einen großen Teil des Tages ein. Mit Kitah, Leonel und Petea fuhren Norbert und Erwin schon früh, mit Schleppangel und Harpunen "bewaffnet", hinaus zum Fischfang. Erst 6 Stunden später kamen sie mit ihrer Beute zurück. Reichlich genug für das abendliche BBQ am Strand. Die Einheimischen waren stolz auf Norbert, daß er es geschafft hatte, heute 3 (!!!) Fische zu fangen! Bei Sonnenuntergang traf man sich an Land. Wir Yachtcrews brachten Beilagen, wie Brot, Nudeln und Cocosreis mit. Kitah, Leonel und Petea grillten die Fische über offenem Feuer, wodurch sie wie leicht geräuchert schmeckten! Norberts Jagdgenossen freuten sich besonders über kaltes Dosenbier aus unseren letzten Biervorräten, das wir ihnen mitbrachten. Dafür aber mußte er ihr Selbstgebrautes kosten. Durchaus trinkbar, aber sehr süß, war sein Komentar dazu! Nachdem sich alle sattgegessen hatten, wurden Gitarre und Ukulele hervorgeholt. In internationaler Runde ( Polynesien, Frankreich, Kanada, Schweiz, Kolumbien + Deutschland) wurde gesungen und gelacht. Ein für uns sicher unvergeßlicher Abend unter dem südlichem Vollmondhimmel!
 
 Freitag, der 13.13.06.2003 
 Mopelia16°49.580S,153°55.620W 
 
Schon wieder haben wir einen Freitag, den 13.! Eigentlich sind wir ja nicht abergläubisch, doch seit unsere Funk- und Segelfreunde von der "Ole Hoop" an einem Freitag, dem 13.(Dezember 2002) ihre EPIRB aktiviert haben und seitdem verschollen sind, (siehe auch unter www.bobbyschenk.de) Klicken Sie hier um auf den Bericht zu gehenhaben wir schon ein mulmiges Gefühl. Auch die alten Seeleute haben es vermieden an einem Freitag, den 13. auszulaufen! Auslaufen wolten wir auf keinen Fall, haben wir doch erst mal wieder ein kleines Südseeparadies gefunden, aber mir gefiel es gar nicht, da Erwin und Norbert ausgerechnet heute ans Aussenriff zum Wrack des "Seeadlers" tauchen gehen wollten! Ich aber wurde überstimmt und sie fuhren einfach los! Wohlbehalten und lachend kamen sie zurück!. Omeira hatte ihnen schon über Funk berichtet, dass mir ein Missgeschick passiert war. Ich hatte mir an Bord der "Innoy" die kurz zuvor eingelaufen war, die Zeit vertrieben und nur provisorisch unser Dingi festgemacht. Irgendwann, aber noch rechtzeitig merkten wir, daί es achteraus abtrieb. Zum Glück konnten wir es wieder einfangen! Kitah, dem Polynesier war das Gleiche vor 2 Wochen in einer stockfinsteren Nacht passiert, - nun muss er sich ein neues Boot bauen!
 
 Mit Gegenstrom zum Südseeparadies12.06.2003 
 Mopelia16°49.580S,153°55.620W 
 
Pünktlich, kurz vor Mittag erreichten wir, nach einer mondhellen N acht und einer Fahrt unter Gennacker den Paß von MOPELIA. Graf Luckner ha tte ihr damals den Namen CÄCILIENINSEL (nach der Gemahlin des deutschen K ronprinzen) gegeben, und erklärte das Eiland zur deutschen Kolonie. Mal s ehen, was uns fast ein Jahrhundert später hier erwartet! Zunächst einma l kam uns ein kleines Dingi mit Erwin und Kitah entgegen. Sie waren zum Fis chen hinausgefahren und lotsten uns durch die schmale Rinne, kaum breiter a ls drei Schiffslängen. Wir hatten Glück und "nur" 3 Knoten Strom gegena n, das schaffte unser 40 PS VOLVO ohne Probleme! 14 Menschen leben zur Zeit in dem Atoll und zwar auf einem Motu auf der and eren Seite der Lagune. Wir sahen vereinzelte hohe und einen dichten Busch n achwachsender Palmen hinter einem weißem Sandstrand, den wir auf Tahiti vergeblich gesucht haben. Vor einigen Jahren hatte der Cyclon MARTIN das At oll verwüstet, Palmen entwurzelt und eine deutsche Yacht in den Palmenbus ch katapultiert. Da die Hurrikanzeit aber nun zu Ende ist, gehen wir davon aus, daß uns das hier nicht passieren wird.
 
 Auf den Spuren von Graf Luckner11.06.2003 
 Bora Bora to Mopelia16°49.580S,153°55.620W 
 
MAUPITI verschwindet langsam achteraus, BORA BORA ist nicht mehr zu sehen! Unter Genacker laufen wir nach einem Jahr Aufenthalt in Französisc h Polynesien westwärts zunächst mal mit dem Ziel MOPELIA, wo vor ziemli ch genau 85 Jahren die legendäre SEEADLER des Grafen Felix Luckner durch eine Flutwelle aufs Riff geworfen wurde. Wir aber werden dieses Atoll nur a nlaufen, wenn die Bedingungen es zulassen! Seit Pfingsten hat sich das Wetter endlich gebessert und eigentlich hätte n wir schon am Sonntag starten müssen, als der Kapitän des "Maupiti Exp ress" uns gute Paßbedingungenfür MAUPITI signalisierte. Man sagte uns jedoch, daß wir BORA BORA nicht verlassen dürften, ohne in der BLAUEN L AGUNE gewesen zu sein, und so sind wir in Gesellschaft der "Jan Plezier" ga nz am SE Ende vor Anker gegangen. Franz und Elke wollten uns den den Korall engarten dort zeigen. Groß war die Entäuschung, als wir nur noch einen Korallenfriedhof vorgefunden haben. Noch vor 4 Jahren war das Riff noch int akt und bühte in bunten Farben. Da es schon gestern einen beständigen SE Wind gab, verließen wir schwer en Herzens dieses traumhafte Fleckchen Erde, - schließlich liegen bis Aus tralien oder Neuseeland noch über 3.000 Seemeilen vor uns! Doch ohne ein weiteres Problem sollten wir BORA BORA nicht verlassen: mit "STOP DRIVE" meldete sich unser Autopilot mit einer Fehlermeldung. Nur der Aufmerksamkeit unseres Freundes Jürgen von der "Silbermöwe", der vor ei n paar Jahren das gleiche Problem hatte, haben wir es zu verdanken, daß w ir ohne weitere Verzögerung trotzdem heute Nacht starten konnten. Er gab uns schon vor der Atlantiküberquerung einen Satz Kohlebürsten für den Elektromotor der Selbststeueranlage mit, und genau die waren abgenutzt und mußten ersetzt werden! Übrigens die einzigsten Ersatzteile, die wir f ür die Anlage an Bord hatten! MAUPITI passierten wir zur eigentlich günstigsten Zeit kurz vor Mittag, doch die Riffeinfahrt sah für uns unpassierbar aus, Kreuzseen und Stromwi rbel. Den Streß müssen wir nicht haben und so segeln wir gleich weiter. Auf MOPELIA erwartet uns die "Saliara" mit Erwin, Omeira und ihrem kleinem Sohn Shaddei
 
 Eingeregnet bei Apfelkuchen mit Sahne07.06.2003 
 Bora Bora16°49.580S,153°55.620W 
 
Nur die Gemeinsamkeit hält uns noch moralisch aufrecht! Das war ge stern eine gute Idee von Franz + Elke von der JAN PLEZIER,- wir wurden zu Apfelkuchen mit Sahne eingeladen! Außer lesen, schreiben, Musik hören k ann man im Moment nicht viel machen! Es regnet fast ohne Pause, manchmal wi e aus Kübeln! Vor ein paar Tagen kam eine schwarze Wolkenwand aus Westen auf Bora Bora zu und ausgerechnet kurz nach Sonnenuntergang fing es urpl ötzlich mit 30 - 45 Knoten an aus Süd zu blasen. Unser Anker hielt, doc h die ORION ist in sekundenschnelle etwa 100 m weit gerutscht, - zum Gl ück hat sich der Anker kurz vor einem Riff wieder eingegraben! Dennoch is t Schaden entstanden: das Sonnensegel ist zerrissen und durch ein offenes F enster, (einen halben Meter über der Wasserlinie) ist beim Querschlagen d urch Wind und Welle Salzwasser ins Schiff gedrungen. Sämtliche Bücher u nd Polster sind nun mit Salzwasser getränkt und mußten gespült und ge trocknet werden, was bei der momentanen Luftfeuchtigkeit von über 80 % ga r nicht so einfach ist! Da auch noch ihr Laptop Salzwasser abbekommen hat u nd nicht mehr zum Leben zu erwecken ist,brachte die beiden fast zum verzwe ifeln,- sie wollten schon Flüge nach Hause buchen! Bobby und Carla haben inzwischen mit ihrer THALASSA die VauVau Gruppe von Tonga erreicht. 12 Tage haben sie für diesen über 1000 Seemeilen lange n Törn gebraucht, bei dem sie in den ersten Tagen Flaute und später nur Starkwind hatten. 2 mal täglich hatten wir Funkkontakt und haben Positio nen aufgenommen. Weiter westlich hält ein später tropischer Cyclon GINA die Yachten in A ufregung, da schon viele Neuseeland Richtung Norden verlassen haben und sic h nun mitten im gefährdetem Gebiet befinden!
 
 Haie + Schietwetter auf Bora Bora30.05.2003 
 Bora Bora16°49.580S,153°55.620W 
 
Nun haben wir zwar endlich unseren „Vorgarten“ wechseln können : die Traumkulisse von Bora Bora liegt nun vor uns (wenn es mal nicht regnet !)! Ansonsten fühlen wir uns wie im herbstlichem Ostfriesland, - heute ma l wieder mit Dauerregen! Zum Glück haben wir gestern mal eine Radtour um die Insel machen können: 32 Km im Uhrzeigersinn! Dabei haben wir einen STOP im berühmten "Bloody Marys" gemacht, wo schon so berühmte Leute wie Marlon Brando, Ringo Star, Rockefeller etc. gewese n sind. Es gibt rund um die Insel eine asphaltierte Straße und auf einem Motu ein e 1,2 Meilen lange Landebahn, von den Amerikanern 1942 nach der Bombardier ung von Pearl Harbour auf Hawai, gebaut. Entlang dieser Straße rund um di e Insel wohnen die knapp 6000 Einwohner in mehr oder weniger hübschen Hä usern oder aber auch einfachen Hütten. Bei den starken Regenfällen mome ntan stehen viele Grundstücke unter Wasser. Lutz von der COBRA hat beobac htet, wie die Hühner bis zum Hals im Wasser gestanden haben. Schlammfluten kamen von den Bergen herunter und haben die schöne aquamar inblaue Lagune braun eingefärbt An der Ostseite der Insel gibt es einige Luxushotels wo man für mehrere H undert US Dollar pro Nacht ein Überwasserbungalows mieten kann! Diese sa hen aber nicht gerade ausgebucht aus und ganz ehrlich gesagt tun uns die S üdseetouristen im Moment auch echt leid. Fast täglich ankert in unserer Nachbarschaft ein Kreuzfahrtschiff, meist mit Amerikanern an Bord, die sic h das Wetter hier sicherlich auch traumhafter vorgestellt haben! Das ruhige, sonnige Wetter am Anfang der Woche haben wir gleich mit Tauchg ängen am Außenriff ausgenutzt. Es gibt hier 2 - 3 m lange Grauhaie! Zum Glück sind sie nicht aggressiv und scheinbar auch satt, denn wir waren m ehr an ihnen als sie an uns interessiert! Die letzten Tage haben wir mit Heinz + Gertraud von der österreichischen Yacht SABRINA verbracht und gestern abend wurden wir zu einem echt österr eichischem Essen ( es gab Hirschragout mit Semmelknödel und zum Nachtisch Salzburgern Nockerln) eingeladen. Das muß man sich mal vorstellen: mitte n in der Südsee Salzburger Nockerln!!!
 
 Exotische Reparaturankerplätze13.05.2003 
 Huahine16°49.580S,153°55.620W 
 
Hat man nicht selber was kaputt, hat sicher der Nachbar was zu repar ieren! Vorgestern wurden wir schon früh auf dem Coconut Netz der Amerikaner ges ucht. Bobby und Carla hatten mit ihrer THALASSA endlich ihr Hurrican Hol e in Tahiti verlassen und waren auf dem Wege hier nach HUAHINE. Unterwegs i st ihnen ein Motor ausgegangen und nun hatten Sie Bedenken, daß mit dem 2. Motor das gleiche passieren könnte. Bei Flaute und in Riffnähe kann da s für ein Schiff dann auch tatsächlich gefährlich werden und so bleib en wir am Funk „standby“ um notfalls Hilfestellung geben zu können! A ber alles geht gut und kurz nach Mittag sitzen wir schon bei einem kühlem Bier beisammen und haben uns eine Menge zu erzählen. Thema Nr 1 : Repara turen und Klatsch und Tratsch aus der Fahrtenseglerscene. Wir selbst waren in der letzten Woche, nachdem wir problemlos unser Paket m it dem Radio und den Ersatzteilen aus Deutschland am Flughafen abgeholt hab en, ebenfalls endlich zu neuen Zielen aufgebrochen. Bei relativ wenig Wind konnten wir un UTUROA am Pier anlegen (oft unmöglich da Wind und Welle dr aufstehen), zollfreien Diesel tanken und nochmals Bier + Lebensmittel bun kern. Am Motu vor dem Paß haben wir dann den nächsten Morgen abgewarte t und sind beim ersten Büchsenlicht Richtung Westen nach HUAHINE aufgebro chen. Da der Wind sehr weit südlich einfiel, konnten wir sogar segeln. Vor dem Paß nach FARE gab es dann wieder einen heftigen Squall, sodaß wir die Peilungsmarker nicht mehr sehen konnten. Also haben wir lieber abgewartet u nd sind erst bei guter Sicht dort eingelaufen!. Im Paß begrüßte uns e ine Delfinfamilie. An diesem traumhaftem Ankerplatz auf dem Riff vor FARE haben wir dann, bev or wir uns an die Südspitze verlegt haben, Norberts und Bobbys Geburtstag gefeiert. Und nun liegen wir vor einem Sandstrand mit einer kleinen Ferienanlage in d er Bucht D` AVEA und können unserer Liste der Reparaturankerplätze auf 16°48,7 Süd + 150°59,5 West einen weiteren hinzufügen! Das Motorproblem der THALASSA hat Norbert ziemlich schnell in den Griff bek ommen: verstopfte Dieselleitungen waren die Ursache! Die Abende verbringen wir gemeinsam an Bord unserer Schiffe oder in dem kle inem Restaurant an Land! siehe auch: www.bobbyschenk.de
 
 Blinde Passagiere + Tropisches Gewitter06.05.2003 
 Tahaa16°49.580S,153°55.620W 
 
War das eine Nacht! Irgendwas krabbelt an meinem Bein, - ich schlage zu! Es läßt mich jedo ch nicht in Ruh,- ich schlage nochmals zu! Es wird langsam lästig! Norber t meint, ich hätte sicherlich geträumt, denn was soll da schon gewesen sein? Wir machen das Licht an und finden und fangen eine Kakerlacke! Das darf doc h wohl nicht wahr sein! Wo kommt die denn her? Norbert befördert sie üb er Bord! Hoffentlich war das ein Einzelstück, wie die riesige Spinne, die wir vor ein paar Tagen entdeckt haben! Den Ameisen, die sich aus dem tropischem Gestrüpp unseres Landliegeplatze s irgendwie einen Weg auf die HARLEKIN gesucht haben, haben wir ebenfalls m it Ameisenködern und Baygon unseren Kampf angesagt. Einen Begleiter akzep tieren wir allerdings: irgendwie hat sich wieder ein kleiner Gecko an Bord geschlichen. Ab und zu zeigt er sich und fängt hoffentlich die ungeliebte n Moskitos, die uns in Landnähe überfallen! Kaum waren wir dann endlich wieder eingeschlafen, läßt uns ein heftiges Gewitter wieder hochschrecken. Schnell alle Luken zu und da es auch heftig blitzt und wir nicht auch noch einen Blitzschaden an Bord gebrauchen kön nen, ziehen wir sämtliche Stecker unserer elektroischen Geräte. Norbert schüttelt außerdem alle paar Minuten das Wasser vom Sonnendach auf dem sich in kurzer zeit literweise Regen ansammelt. Hätten wir jetzt leere T anks gehabt, wären sie in minutenschnelle gefüllt gewesen! Etwas gerä dert werden wir dann erst kurz vor 8 Uhr Tahitizeit wach, - so spät haben wir noch nie gefrühstückt! Am Abend gab es dann einen farbenfrohen Sonnenuntergang.
 
 Frühstück + Reparaturen + Tamure03.05.2003 
 Raiatea to Tahaa16°49.580S,153°55.620W 
 
Um 6.00 wache ich auf, es dämmert gerade..............es ist 100 % bewölkt, eigentlich möchte ich heute mal liegenbleiben..........aber, - wenn ich jetzt nicht aus der Koje komme, gibt es heute kein Brot zum Fr ühstück! Norbert fährt mich in die kleine Marina in der noch andere Yachten liege n und die ORION noch an Land steht. Für uns alle bringen wir frisches Bag uette mit. Mit lautem Gehupe kommt nämlich um kurz nach sechs Uhr ein Asi ate mit seinem Van und verkauft frische Backwaren und andere Lebensmittel. D as Frühstück an einem schönem Ankerplatz ist für uns ein Tageshighl ight an Bord! Dann kommt über Funk eine Nachricht: der Drucker, der ebenfalls gestern s einen Geist aufgegeben hat, soll wieder funktionieren. Darüber freue ich mich besonders! Martin, der als Gast auf der SALIARA zu Besuch ist, hat ihn sich vorgenommen und wieder zum Laufen gebracht. Nun kann ich doch noch me in PACIFIK LOGBUCH fortführen. Ob unser VOLVO aber, den Norbert gestern g ewartet hat, dicht bleibt, das werden wir in einigen Stunden wissen, denn w ir werden heute mal unseren „Vorgarten“ wechseln. Im TO Stützpunkt TA HAA findet heute ein Abend mit Life Musik statt. Einige Stunden später: Eigentlich wollten wir unterwegs in der kleinen Inselhauptstadt UTOROA noc h Bier bunkern, als wir jedoch um die NW Ecke von RAIATEA fuhren, pfiff un s der Wind mit über 20 Knoten entgegen. Da man in dem kleinem Stadthafen aber auf Legerwall liegen würde, verzichteten wir darauf und fuhren direkt in die HAMENE BAY. Vor dem Hotel Hibiscus liegen Bojen aus an die wir fest machen durften,- kaum festgemacht, goß es mal wieder in Strömen. Unser Motor blieb übrigens dicht! Am nächstem Morgen: Wir hatten einen wirklich schönen gemeinsamen Abend mit den Crews der ME NE VADO und der COBRA. Ununterbrochen hat eine einheimische Rentnerband pol ynesische Musik gespielt und Kinder haben dazu Tamure getanzt. Besonders b egeistert waren wir von dem Bassisten, der mit einfachen Mitteln seinen Bei trag zum Konzert gab.
 
 Abschiedsgeschenk24.04.2003 
 Raiatea16°49.580S,153°55.620W 
 
Noch schnell in der letzten Minute, wir saßen schon fahrbereit im Auto, kam unser Mäxchen um die Ecke geflitzt und brachte uns als Abschied sgeschenk ein Mäuschen. In Anbetracht der Schwierigkeiten in den USA habe n wir es jedoch vorgezogen sie nicht mitzunehmen! Tatsächlich wurde unser Gepäck schon in Frankfurt und dann nochmals in Los Angeles gründlichst durchgescheckt. Teilweise wurde es sorgar ohne unser Beisein ausgepackt, - wir fanden beim Auspacken an Bord nämlich einen Zettel im Seesack. Zum Gl ück fehlte aber nichts! Hatten wir doch Angst genug, daß unsere neue K ühlwasserpumpe für unseren VOLVO aus irgendeinem Grund verloren gehen w ürde. Norbert ist nun dabei den Motor für die Weiterfahrt zu überhole n. Andere Geräte an Bord haben die 5 1/2 Monate unserer Abwesenheit nicht überlebt. Die defekte Absaugpumpe unserer Waschmaschine konnte Norbert r eparieren, nicht aber unser Radio, den Drucker und den CD Player. 43° Ce lsius maximum hat ein Nachbarschiff während unser Abwesenheit unter Deck gemessen, das hält die stärkste Elektronik nicht aus! Die hohe Luftfeuh tigkeit hat ihr Übriges dazu getan! Auf den Nachbarschiffen sieht es aber noch schlimmer aus: Wolfram von der ORION hat 60 Liter Wasser aus der vorh er staubtrockenen Bilge gepumpt! Er weiß nicht wie das Süßwasser sein en Weg ins Schiff gefunden hat! In manchen Situationen steht uns Bordfrauen schon wohl ein Tränchen in de n Augen. Den Skippern geht es kaum besser! Zitat: Um die Welt zu segeln bedeutet nichts anderes, als an den exotischten Plätzen der Welt sein Schiff reparieren zu müssen! Nur die Aussicht irgendwann wieder im Wasser zu sein und weiter westwärts durch die Südsee segeln zu können, hält uns moralisch aufrecht! So t rösten wir uns gegenseitig! Nachtrag 29. April: Hurra, wir werden wieder zu Wasser gelassen!
 
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Letzte Änderung:14.Apr.2004