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 Wo Gold und Silber verschifft wurde....22.01.2002 
 Portobello 
 
Im Moment ankern wir an einem historisch bedeutsamen Ort: vor genau 500 Jahren (1502) erreichte Christus Columbus PORTOBELO. Der Ort wurde später Umschlagplatz für Gold und Silber aus Peru. Von hier aus wurde es über den Atlantik nach Europa geschippert. Darum wurde diese Stadt durch mehrer Festungen gesichert, von denen allerdings nur noch die Ruinen zu sehen sind. Auch Sir Francis Drake und der Freibeuter Henry Morgan ankerten in diesem sehr geschütztem Naturhafen.
Morgen wollen wir nun nach COLON segeln, dem letztem Hafen im Atlantik. Dort werden wir uns für den ersten Teil der Kanalpassage vorbereiten. Wer sich dafür interessiert, kann ja mal im Internet nachschauen unter:
www.pancanal.com
Im Februar haben wir noch mal einen kurzen Heimaturlaub gelpant und anschließend könnt ihr die HARLEKIN evt. live durch die MIRAFLORES Schleuse begleiten. Den genauen Termin geben wir Euch rechtzeitig bekannt.
Bis dahin grüßen Euch recht herzlich
Ingrid + Norbert/SY HARLEKIN
 
 Kunstwerke auf Rädern...22.01.2002 
 Isla Linton 
 
Nun sind wir auf dem Weg nach COLON, der Karibikseite des Panamakanals und wieder in einer ganz anderen Welt. Die Vegetation ist sehr tropisch, viel Regenwald aber auch Weiden mit Rinderherden, die Landschaft ist hügelig, es gibt viele Bäche und Flüsse, fast wie im Allgäu. Auf den Wiesen blühen Calla, wie bei uns der Löwenzahn. Was leider negativ auffällt, ist der überall herumliegende Müll. Eine Busfahrt vom Ankerplatz zum 50 KM entferntem Supermarkt, war ein kleines Abenteuer.
Teils uralte Busse, die aussehen wie fahrende Graffiti-Kunstwerke, werden vollgepackt mit Passagieren und obwohl schon einige auf der Trittstufe halb außenbords hingen, wurde noch eine Frau mit zwei lebenden Hühnern mitgenommen. Der Fahrer schaute immer grinsend in den Rückspiegel, als er mit atemberaubendem Tempo durch die kurvenreiche und hügelige Landschaft raste! Im Moment diskutieren wir mit anderen darüber, was wohl gefährlicher ist, mit einem kleinem Schiff um die Welt zu segeln oder sich an Land in einen öffentlichen Bus zu setzen, - was meint Ihr dazu?
 
 Bescheidener Tourismus13.01.2002 
 Nalunega 
 
Wer von Panama aus die San Blas Inseln besuchen will, fliegt weiter nach NALUNEGA. In Provenier gibt es einen kleinen Inselflugplatz und ein winziges Hotel. Der Tourismus ist sehr bescheiden....
 
 Weitere Eindrücke auf13.01.2002 
 Nalunega 
 
 
 Überbevölkerung?12.01.2002 
 Islas Carti 
 
Die Kuna Indianer sind sehr kleinwüchsige Menschen, nicht größer als ca. 1,50 m. Es gibt viele, viele Kinder, die ernährt werden müssen und so bieten sie uns auch auf Spaziergängen um die Inseln immer wieder ihre selbstangefertigten Molas an. In Windeseile werden diese herausgekramt und an Wäscheleinen aufgehängt. Es fällt oft schwer, NEIN zu sagen! Trotzdem sind alle sehr, sehr freundlich und nicht aufdringlich. Alle Kunafrauen tragen ihre Molablusen und Tücher in bunten Farben, die verheirateten einen goldenen Nasenring. Arme und Beine sind geschmückt mit endlosen Perlenketten, die ihnen fast das Blut abschnüren. Die Männer tragen eher westliche Kleidung: T-Shirt und Shorts. Während auf vielen Inseln oft nur eine Kunafamilie lebt, sind die Inseln nahe dem Festland unserer Meinung nach überbevölkert. Bambushütte reiht sich an Bambushütte mit oft nur schmalen, aber sehr sauber geharkten Wegen dazwischen. Wäsche wird auf den Palmwedelgedeckten Dächern zum Trocknen ausgebreitet, denn es ist kaum Platz für eine Wäscheleine. Die Inselgruppe CARTI, die wir besucht haben, hatte sogar ein kleines Krankenhaus, aber es ist unglaublich für uns Europäer, wie es darin ausschaut. Es gab auch einige Shops mit Grundnahrungsmitteln. Ab und zu kommt ein Versorgungsdampfer aus Kolumbien herüber und verkauft Obst und Gemüse. Für einen Dollar hab ich eine ganze Kiste Bananen abstauben können.
Nur schwer haben wir uns von den Kuna Indianern auf dem SAN BLAS ARCHIPEL trennen können, sie sind wirklich was Besonderes und Einmaliges!
 
 Im Kunamuseum12.01.2002 
 Carti 
 
Auf der kleinen Insel CARTI gibt es ein kleines, aber sehenswertes Museum über die Kuna Indianer...
 
 Von Haien und anderen Fischen...05.01.2002 
 Chichime 
 
In den letzten Wochen haben wir uns an Ankerplätzen aufgehalten, die von Riffen und kleinen Inseln umgeben waren. Dort gab es gute Schnorchel und Tauchplätze und da Norbert in der großen Runde der Ankerlieger einige Tauchpartner hatte, ging es fast täglich hinaus zum Riff. Haibegegnungen, zum Glück harmlose, waren an der Tagesordnung. Einmal lag Norbert faul in Cockpit, da kamen ganz aufgeregt zwei Kunas mit ihrem Cayuco (Einbaumboot) angerudert: er solle doch mitkommen und seine Harpune mitbringen, sie hätten einen „grande pescado“ gesehen! Unter einer Hirnkoralle saß tatsächlich ein Riesenfisch von über 1 m Länge und in ihm steckte die abgebrochene Speerspitzte des Kunas. Ein Schuß mit der Harpune brachte ihn aber immer noch nicht zum erliegen. Erst nachdem eine weitere Harpune zum Einsatz kam, gab der Fisch auf. Zu Dritt hieften sie ihn dann ins Dingi und brachten ihn zum Zerlegen an Land. Ohne Norberts Tauchermesser, an dem es eine Säge gab, wär das Zerlegen kaum möglich gewesen, so dick und schuppig war die Haut. Jeder bekam seinen Anteil und hatte Fisch satt für mehrere Mahlzeiten. Ich muß ja sagen, daß mir der schöne riesige Fisch, der übrigens 700 Pfund schwer und 3 m lang werden kann, irgendwie leid getan hat. Aber so wie wir einkaufen gehen, werden hier eben Fische gefangen!
 
 Lagerfeuerromantik05.01.2002 
 Coco Bandero 
 
Scenenwechsel!
Wir treffen und mit der FILOS, der ORION und der KIA ORANA auf COCO BANDERO, einer unbewohnten Insel im Archipel und verbringen einen unvergeßlichen Abend am Strand mit Gitarrenmusik und Lagerfeuer......
 
 Sylvester einmal anders...31.12.2001 
 Hollandes Keys 
 
Für den Sylvesterabend wurden wir deutschsprachigen Yachtcrews von einer Kuna-Familie an Land eingeladen. Tagsüber wurden dafür Fische gefangen, die die Kunas dann zubereiteten, außerdem brachte jeder noch irgendwas anderes Eßbares und Getränke mit. Gemeinsam wurde dann bei Lagerfeuer und Petroleumlicht bis Mitternacht gegessen, getrunken, geplaudert und mit Quetschkomodenbegleitung gesungen. Eine mal ganz andere Sylvesterfeier! Wir durften sogar „kostenlos“ Fotos machen. Das ist nicht selbstverständlich: die geschäftstüchtigen Kunas haben bei ihren Besuchen in den Städten gesehen, daß Fotos von ihnen als Postkarten gegen Dollars verkauft werden und so beschloß man, daß die farbenprächtigen Kunafrauen für das Fotografieren ihrer Person ebenfalls Geld nehemn sollen. Irgendwie verständlich, - oder ?
Ein weiterer Wirtschaftszweig ist der Panamakanal, durch den wir Ende Januar mit unserer HARLEKIN wollen. Davon aber später mehr!
 
 Bei den Kuna Indianern...28.12.2001 
 
Das SAN BLAS ARCHIPEL gehört zu Panama, ist aber seit 1930 autonom. Hier leben etwa 20.000 Kina Indianer auf 50 der insgesammt 365 Inseln. Obwohl sie auch das moderne westliche Leben in Panama City + Colon kennen, bevorzugen sie die traditionelle Lebensweise auf ihren Inseln. Sie leben in Bambushütten und schlafen in Hängematten. Die Männer haben für den Fischfang zu sorgen, die Frauen nähen in mühevoller Kleinarbeit MOLAS. Das sind bunte Stoffstücke mit denen sie ihre Blusen verzieren. Nachdem die Missionare ihnen das Nacktsein verboten hatten, übertrugen sie die Muster ihrer Körperbemalungen später auf ihre Kleidungsstücke. Diese MOLAS sind zu einem bedeutendem Wirtschaftszweig in Panama geworden, und ich war eine Stunde nachdem der Anker unten war, schon stolze Besitzerin mehrerer solcher kunstvollen Teile.
Die schönsten und am sorgfältigsten gearbeiteten Molas hatte übrigens LIZA, ein Transvestit!
 
 Vorgeschmack auf die Südsee...27.12.2001 
 San Blas Archipel/ Hollandes Keys9°35,2N, 78°40,6W 
 
Nach Weihnachten brachen wir nun endlich auf um nach Panama zu segeln. Obwohl das Wetter für diese Jahreszeit noch immer nicht normal ist (viel zu heiß, schwache, wechselnde Winde) konnten wir den größten Teil segeln. Unterwegs bissen 3 große Doraden an, die wir aber leider nicht an Bord gekriegt haben, - im letztem Moment rissen sich diese kämfenden Fische wieder vom Haken.
In den SAN BLAS INSELN/ PANAMA erwarteten uns schon einige Yachten, mit denen wir Sylvester feiern wollten. Sie lotsten uns auch durch die Riffpassage und nun liegen wir in einem riesigem türkisfarbenem Swimmingpool vor Anker. Nicht nur die Namen der Inseln wie TIA TUPA, QUINQUINDUP, KALUGIR TUPU usw. vermitteln einen Hauch Südsee, auch die Inseln selber mit Kokospalmen, die bis ins Wasser reichen und feinen Sandstränden. Das alles läßt uns erahnen, was uns im Pazifik erwartet.
 
 please_modify30.11.1999 
 
 
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Letzte Änderung:14.Apr.2004