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 CARTAGENA ....27.12.2001 
 
........ nun schon wieder Vergangenheit!
Über 3 Wochen haben wir dort die Advents und Weihnachtszeit verbracht. Die HARLEKIN lag sicher in der MARINA DE PESKA mit Strom und Wasseranschluß und Sicherheitsdienst, sodaß wir so oft wir wollten ungehindert umherstreifen konnten. Zurecht hat die UNESCO diese Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt. Es gibt viele schöne alte Häuser mit Holzbalkonen im spanischem Stil, eine Burg, Ringmauern, alte Kirchen und in den Straßen pulsiert das Leben! Einheimische, Touristen, Studenten, reich + arm bestimmen das Bild! Zu kaufen gibt es fast alles, man muß sich nur durchfragen.
Abenteuerlich war es allerdings, die Post zu finden. Fragende Augen schauten uns an, als wir unseren unfrankierten Brief zeigten und nach Briefmarken bzw. einer Post fragten. Man schickte uns quer durch die Stadt und zum guten Schluß fanden wir das kleine Ladenlokal mit Postkasten. Ohne Quittung über die gekaufte Briefmarke wollte man uns aber nicht gehen lassen. Sie wurde genau wie der Brief fast bis zur Unleserlichkeit abgestempelt. Da Briefpost hier wohl unüblich ist (dafür gibt es massenweise Internet Cafes mit billigen Tarifen), war es sowieso fraglich, ob der Brief überhaupt ankommt. Heute aber kam die Bestätigung über Funk: die Post erreichte nach 3 Wochen den kolumbianischen Empfänger! Na, also!
 
 Frohe Weihnachten25.12.2001 
 
wünschen Euch allen aus CARTAGENA
Norbert und Ingrid
 
 Haifischfänger01.12.2001 
 auf See Richtung Cartagena 
 
Just in dem Moment, wo ich diese Zeilen hier schreibe, rauscht die Angel aus: Wir sehen einen großer Schatten durchs Wasser flitzen und ihr werdet es kaum glauben, es ist ein ...........HAI! Nun kennt auch ihr in Germany einen echten Haifischfänger!

 
 Fiesta la luna...30.11.2001 
 Rodadero 
 
.................haben wir eigentlich unseren letzten Abend in der Bucht von Rodadero getauft, der im Grunde ganz harmlos mit einem Sundowner auf der MIRA anfing. Bei Cuba Libre und Bier dauerte es nicht lang, bis Tanja ihre Gitarre herausholte und wir Evergreens und Seemannslieder schmetterten. Einer hatte dann die Idee, wir könnten doch nun noch eine Musikgruppe vom Strand engagieren. Gesagt, - getan!
Mit einer 6 Mann Truppe im Dingi, das nun mit 9 Leuten völlig überladen war, kamen Norbert, Martin und Graziella ganz langsam zurück zur MIRA. Eine Welle hätte das Beiboot sicher zum kentern gebracht, - aber es ging alles gut!
Auf dem Vorschiff postierten sich dann die Musiker und spielten nur für uns allein eine halbe Stunde lang. Wir tanzten ausgelassen nach der kolumbianischen Folkloremusik und weil der Vollmond tatsächlich genau senkrecht über uns stand, tauften wir die Scenerie: FIESTA LA LUNA! Dieser Spaß hat uns nur umgerechnet 30 DM und ein paar Bier gekostet, dafür wird man im Ort sicher noch lange von den verrückten „ALEMAN“ auf ihren Segelbooten sprechen!
 
 Funkamateure weltweit29.11.2001 
 Rodadero 
 
n der Zwischenzeit hatten wir auch wieder Funkkontakt zu unserem Funkfreund Bruno YV4AYK in Venezuela. Als er hörte, daß wir in Gaira vor Anker liegen, wurden sofort die kolumbianischen HAMs (Kurzform für Funkamateur) informiert und Antonio HK3JLN, der dort lebt, ließ es sich nicht nehmen uns in sein Haus einzuladen.
Er holte uns mit seinem betagtem R4 ab und stolz zeigte er uns sein Anwesen mit Funkerbude, Zahnartztpraxis, Diskothek und Wohnung. Er war in jungen Jahren Ringer gewesen. Pokale, Medallien, Gürtel und Zeitungsartikel zeigten seine Erfolge auch in Deutschland, daher konnte er auch ein paar Brocken deutsch sprechen! Seine Frau, auch als Zahnärztin tätig, führte uns noch durchs Haus und wir bekamen einen Eindruck von der kolumbianischen Lebensweise. Alles war schon adventlich geschmückt, das meiste hatte die Gastgeberin in mühevoller Kleinarbeit selbst gebastelt, gestickt oder genäht. Natürlich luden wir die Beiden dann auch noch zu uns an Bord ein. Sofort wurde das Funkgerät ausprobiert und schon bald wußten wiederum die HAMs in Cuba und Spanien, daß er von Bord der HARLEKIN aus funkt. Ein Funkamateur in Cartagena weiß auch schon Bescheid, daß in den nächsten Tagen eine deutsche Funkamateurin mit einem Katamaran in den Hafen einlaufen wird!
Von ihm erhoffen wir auch Hilfe, denn unser Hauptfunkgerät hat inzwischen Ausfälle. Möglicherweise kennt er jemanden, der es reparieren kann.
 
 Jaques Custeau von Kolumbien29.11.2001 
 Rodadero 
 
Als wir mit unserem Dingi vor ein paar Tgen zum Strand fuhren, erwartete uns ein älterer Herr in weißen Socken, Was er wohl von uns wollte, so fragten wir uns. Er stellte sich als Vater von Annie vor, mit der wir am Abend zuvor zusammengesessen hatten. Er lud uns ein, seinen tropischen Garten in den Bergen zu besichtigen. Am nächsten Tag wurden wir mit einem Pick- Up, auf dem wir alle Platz hatten, abgeholt und auf teilweise vom Regen ausgewaschenen abenteuerlichen Straßen dorthin gebracht. Leider hatten wir dann einen echt tropischen Dauerregen, sodaß wir nicht so umherstöbern konnten, wie wir es eigentlich wollten, denn es gab auch Tiere, wie z.B. Krokodile zu sehen. Anschließend wurden wir noch zu einem Umtrunk in seine Finca eingeladen, die in typischer Indiobauweise mit Palmwedeldächern gebaut war. Das Inventar machte uns neugierig: es gab viele nautische Gegenstände wie Bilder, Haigebisse, Seekarten zu sehen. Francisco war früher Haifischfänger gewesen und ist Autor zweier wissenschaftlicher Bücher über Haie, Delfine und Wale. Er wird hier auch der Jaques Custeau von Kolumbien genannt. Ihm gehört ebenfalls ein Delfinarium und Aquarium, das er uns auch noch zeigen wollte. Wir wurden abermals abgeholt und konnten Seehunde, Delfine, Haie, Riesenschildkröten etc. aus der Nähe betrachten. Der Höhepunkt aber war, die Gelegeenheit mit den Delfinen Alex und Juan Carlos zu schwimmen! Ganz vorsichtig kamen sie auf uns zu und wollten spielen oder ließen sich streicheln. Ein sicher einmaliges Erlebnis!
Ein Besuch seines kleinen Museums in der es viele Dinge aus seiner Haifischfängerzeit zu sehen gab, rundete diesen Besuch ab.

hier fehlen noch Fotos vom Delfinarium!

 
 Im Land des Simon Bolivar...22.11.2001 
 St. Martha 
 
Für Donnerstag war dann gleich ein Ausflug mit Bus und Taxi nach St. Marta geplant. Mit viel Glück hätten wir die Gelegenheit gehabt, eine Gruppe Indios zu treffen, die aus der Sierra Nevada an die Küste kommt, um Muschelkalk zu sammeln. Leider klappte das nicht und so besuchten wir einen schönen Park mit Gebäuden in denen der Befreier Simon Bolivar seine letzten Tage bis zum Tode verbrachte.
Der anschließende Stadtbummel war wieder spektakulär: eine Marktmeile, die nicht enden wollte, aneinandergereihte Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch, Haushaltswaren, Spielzeug, Kleidung, Schuhe, dazwischen Losverkäufer, arme Leute, die den Müll durchsuchen, Eselskarren, Motor und Fahräder, Taxis, die sich ihren Weg durch die Menge bahnen. Man wußte gar nicht, wohin man zuerst schauen sollte! Überall kleine Werkstätten, wo noch alles repariert wird und nicht nur ausgetauscht. Ich hab auf einem Plastikstuhl gesessen, der durch eine Zickzacknaht repariert wurde! Wir wurden, obwohl wir ja durch Haut und Haarfarbe auffielen, kaum angebettelt, jeder verdient sich seinen Lebensunterhalt irgendwie selbst und sei es nur durch den Verkauf von gekühlten oder heißen Getränken aus der Thermokanne. Manche schieben eine Karre Obst durch die Straßen oder haben Bauchläden mit Süßigkeiten, Gebäck oder Zigaretten.
Ein buntes Durcheinander!
Nachdem wir dann noch in einem kleinem Fischerort direkt am Strand leckeren gegrillten Fisch gegessen hatten, kehrten wir noch vor Einbruch der Dunkelheit, satt, zufrieden und voller Eindrücke zu unseren Schiffen zurück! Uns ist natürlich auch die Kehrseite Kolumbiens bewußt, wie Drogenhandel, Guerillas, Kriminalität und Korruption. Darum unternehmen wir solche Ausflüge auch nur am Tage in einer Gruppe von 6- 8 Leuten oder mit vertrauenswürdigen Einheimischen.

hier fehlen noch Fotos von St. Marta!

 
 Keine ruhige Minute....21.11.2001 
 Gaira/ Rodadero11°12,3 N, 74° 13,8 W 
 
Heut ist Sonntag, ein Tag mal ohne Termine. Was wir in den letzten Tagen hier erlebt haben, rotiert in unseren Köpfen und wir müssen erst mal alles ordnen. Leider war es in der CONCHA Bucht bei 20 Metern Wassertiefe nicht so ideal zum Ankern und dicht unter Land wollten die Fischer ihre Netze ausbringen. So verholten wir uns gleich am nächsten Tag nach Gaira/Rodadero, einem Touristenort, der zu St. Marta, der ältesten Stadt Kolumbiens gehört. Die Einklarierung war schon das erste Erlebnis, ein ganzer Tag ging dafür drauf:
Es gibt hier ein Gesetz, daß man für die Einklarierung einen Agenten nehmen muß, und zwar in jedem Hafen. Der kostet in Cartagena 60 US! Hier in Santa Marta wollte er aber 115 US haben. Das war uns natürlich zu teuer, weil wir ja auf jeden Fall noch nach Cartagena wollen! Wir (Mira + Harlekin) haben dann gesagt, wir würden dann wieder ablegen. Er sah sein Money schwinden, schließlich war er ja extra schon zum Hafen gekommen, mitsamt der Dame von der Immigration und des Hafenmeisters. Er ließ sich dann auf 70 US für beide Yachten runterhandeln!!! Die "Arbeit" wurde dann gemütlich bei einem Bier im Hafenrestaurant gemacht, die Dame von der Immi, aufgemacht wie ein Model, mit Dienstwaffe hinten im Hosenbund aus dem auch ihr Slip oder Body lugte, stempelte dann noch die Pässe und wir waren "nur " um 35 US leichter!
Das haben wir dann natürlich gleich bei einer Risenpizza gefeiert!

 
 Landfall Kolumbien20.11.2001 
 Kolumbianische Küste/ Bucht CONCHA 
 
In der letzten Nacht hatten wir statt Sternschnuppenregen: Blitze, Wolkenbrüche, Winddrehungen + Flaute. Der ständige Wechsel und die Schiffsbewegungen ließen uns kaum zur Ruhe kommen und so war ruck-zuck die Nacht rum. Die mit tropischer Vegetation dichtbewachsene kolumbianische Küste ragte vor uns auf. Leider war der 5776 m hohe, immer schneebedeckte Berg der Sierra Nevada wolkenverhangen.
Schon in der Einfahrt der Bucht CONCHA kamen uns Fischer mit ihren Einbäumen entgegengerudert. An Land sieht man kleine Fischerhütten. Ein starker Kontrast zu den ABC Inseln! Was uns hier wohl sonst noch erwartet?
 
 Auf nach Kolumbien......19.11.2001 
 Mo. 19. Nov. 20.00 UTC, auf See: 
 
Noch 40 sm zur auserwählten Bucht am Fuße der SIERRA NEVADA an der kolumbianischen Küste, für die wir bei dem momentanen Wind und Gegenstrom noch ca 17 Stunden brauchen. Das ist uns ganz recht so, denn in der Nacht eine unbekannte Küste anlaufen ist nicht so unser Ding. Das sehen auch Tanja + Martin von der SY MIRA so, die paralell und auf Sicht und UKW Rufweite mit uns ziehen. Vor zwei Tagen sind wir von einer traumhaft schönen Bucht CURACAOS aus Richtung ARUBA gestartet, nachdem wir am Tag vorher unsere Bilgen und Schapps mit zollfreiem Bier aufgefüllt haben. War gar nicht so einfach, 25 Paletten Dosenbier (war die Mindestabnahme pro Yacht!) zu verstauen, aber so können wir sicher sein, in den nächsten Wochen auf einsamen Inseln nicht verdursten zu müssen!
Eigentlich wollten wir einen Zwischenstop auf ARUBA einlegen, die Industriekulisse mit ihren rauchenden Schornsteinen der Ölindustrie war für uns jedoch nicht einladend und so segelten wir einfach weiter. Noch vor Sonnenuntergang hatten beide Skipper fast gleichzeitig je eine schöne Goldmakrele am Haken, die wir mit Genuß verzehrt haben.
Heute hatten sie jedoch kein Anglerglück: bei Beiden müssen wohl Riesenfische angebissen haben,(Martin meint sogar einen Schwertfisch gesehen zu haben!) die sich jedoch mitsamt Köder von der Schnur losgerissen haben, - Schade!
Hier an der Küste müssen wir in der Nacht genaue Wache gehen, denn der Schiffsverkehr ist enorm. Zum Glück funktioniert unser Radargerät wieder! Kurz vor dem geplantem Start letzte Woche quittierte es seinen Dienst. Zum Glück konnten wir es vor Ort reparieren lassen und brauchten den Abfahrtstermin nur ein paar Tage zu verschieben!
Zu festgelegten Zeiten nehmen wir Funkkontakt auf zu Freunden auf anderen Yachten, zwecks Positionsangabe und Lagebericht auf. Leider kann ich die Funkfreunde von INTERMAR wegen schlechter Bedingungen im Moment nicht aufnehmen, dafür aber Johanna und Klaus auf der OLE HOOP auf dem Weg nach Neuseeland.
Auch sie haben in der vergangenen sternenklaren Nacht den vorhergesagten Sternschnuppenregen beobachten können. Im Jahr 2002 gibt es noch eine Chance, dann aber erst wieder 2098 bzw. 2131 dieses Himmelsschauspiel zu sehen!
 
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Letzte Änderung:14.Apr.2004