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 Wichtig ist ein zuverlässiger Motor...21.03.2005 
 nach Sudan 
 
In einer Flotte mit 9 Schiffen ( MeNeVado, Höloplop, Jöke, Windrose, Karma, Jamoa, Sarein,Frijbooter + Harlekin) starten wir frühmorgens Richtung Sudan. Da es auf den nächsten 150 sm keine Ankerplätze gibt (außer Difnein Island), müssen wir auf jeden Fall eine Nacht einplanen! Natürlich haben wir Wind und Welle auf die Nase und ohne Motor läuft mal wieder nichts! Manfred hat inzwischen den Hafen von Port Ghalib erreicht, konnte zu einem Liegeplatz geschleppt werden und wartet nun auf Renate und die Ersatzteile fürs Getriebe! Wir alle freuen uns über seinen Erfolg und hoffen, daß der Motor bald wieder läuft!
 
 Computerprobleme...20.03.2005 
 Sheikh el Abu Island16°02,000N,039°27,500E 
 
Endlich mal wieder ein türkisfarbener Ankerplatz, doch wie immer gibt es erst mal wieder was zu reparieren: der Computerbildschirm ist auf einmal SCHWARZ! Fluchen, Verzweiflung, denn ohne Laptop gibts unter anderem kein Tagebuch und somit auch kein Emailen von Bord..........zum Glück scheint diesmal nur das Ladegerät defekt zu sein! Wir haben noch ein altes an Bord, damit kommen wir erst mal weiter........
Erst jetzt fahren wir mit dem Dingi zum Riff um uns beim Schnorcheln die vielen bunten Fische anzugucken!
 
 Harter Kampf nach Norden....19.03.2005 
 Massawa Richtung Norden 
 
Unsere 48 Stunden sind rum, zum Ausklarieren müssen wir an die Pier! Ein Beamter kommt an Bord und inspiziert unser Schiff auf "STOWAWAY"! Das ist neu für uns und ich muß erst mal im Wörterbuch nachgucken, was gemeint ist! Ah, alles klar! Man will sicher sein, daß wir keine blinden Passagiere an Bord haben...... Bis zum Mittelmeer(31° Nord) sind es noch etwa 1000 Seemeilen, wir fragen uns nur wann wir dort ankommen werden, da die nördlichen Winde schon hier unten bei 15° Nord eingesetzt haben. Normalerweise könnten wir hier im März immer noch mit über 50 % südöstlichen Winden rechnen.....es nutzt aber alles nichts, zumindest kommt er relativ schwach mit 3- 4 Bft, sodaß wir versuchen gegenan zu motoren. Für heute sind es bis zum nächstem Ankerplatz "nur" 25 sm! Manfred versucht inzwischen mit seiner LA ROSSA nach Norden aufzukreuzen, statt "Däumchen zu drehen"! Keine Meile wird ihm geschenkt, jetzt liegt er sogar bei 30 Knoten Wind beigedreht und treibt stündlich 2 harterkämfte Seemeilen rückwärts......bei den Funkrunden versuchen wir ihn wenigstens moralisch zu unterstützen!
 
 Italien am Rotem Meer18.03.2005 
 Massawa/ Asmara 
 
Im 19. Jahrhundert gaben die Italiener ihrer Kolonie (bis 1941) am Rotem Meer den Namen Eritrea. Aus dieser Zeit stammen noch viele alte Gebäude vor allem in der Hauptstadt ASMARA, die 3 Autostunden entfernt in den Bergen liegt. Für einen Besuch dieser alten italienischen Stadt braucht man allerdings ein Visum (Kosten 40 -50 US$ je nach Nationalität!) Die MeNeVados und auch die Crews der italienischen Schiffe waren ganz begeistert vom Flair der Stadt, fühlten sie sich doch wie in ihrer Heimat nur um ein halbes Jahrhundert zurückversetzt. Die Hautfarbe der Bewohner erinnerte sie jedoch daran, daß sie sich in Afrika befinden! Wir fanden auch in Massawa noch Relikte aus dieser Zeit, z.B. eine alte italienische Dampflok von 1938....
 
 Wasserversorgung18.03.2005 
 Massawa 
 
 
 Massawas Altstadt17.03.2005 
 Massawa 
 
Das Einklarieren ist problemlos und kostenlos ("One Point Check in" auf dem Hafengelände!) Ohne Visum dürfen wir 48 Stunden bleiben. Um das Hafengelände verlassen zu können, bekommen wir wieder einen Shorepass. Pässe und Shorepässe werden auch jedes mal am Gate kontrolliert!
Gleich dahinter ist die Altstadt. Noch bis 2001/02 fanden hier heftige Kämpfe statt, erzählt uns Isaak, ein Eritreaner, der 6 Jahre in Deutschland gearbeitet hat und perfekt deutsch spricht! Die Wunden des Krieges sind unübersehbar! Selbst in den Ruinen, der vormals sicher wunderschönen Häuser leben noch Menschen. Wasser schöpfen sich die Leute aus großen Fässern, die an den Straßen stehen. Gereinigtes Trinkwasser bekommt man in Kanistern abgefüllt zu kaufen (25 l = 0,40 US). Fürs gleiche Geld gibts in der Kneipe ein kühles ASMARA Bier, - für viele unbezahlbar, trotzdem sehen wir die Männer, die keine Arbeit haben den ganzen Tag dort rumsitzen und Tee oder Wasser trinken!
 
 Man muß hier nur Geduld haben...16.03.2005 
 Passage nach Massawa 
 
Na also! Norbert steckt noch vor Sonnenaufgang die Nase raus.......Windstille! Das ist die Gelegenheit: Anker auf und los..........! Zwar ist es immer noch stockfinster, da wir ja immer noch keinen Mond haben, doch unser gespeicherter Track am GPS zeigt uns zuverlässig an, wie wir wieder aufs offene Wasser kommen.........! Genial!
Es dauert auch nicht lang, da rauscht die Angelschnur aus.................ein Thuna! Da es laut Infos in Massawa nur "Basic" zu kaufen gibt, hängen wir sie nochmals raus, nach 3 Minuten: ein Queenfisch! Jetzt reichts und spontan laden wir über Funk die Crew der MeNeVado für den Abend zum Fischessen ein!
 
 Wildwestgeschichte?16.03.2005 
  Massawa13°28,000N,048°07,000E 
 
Nein, leider nicht! Soeben haben wir den Report der Piraten Attacke von letzter Woche bekommen und nicht nur ich bekomme beim Lesen eine Gänsehaut! Sinngemäß hat sich am 8. März folgendes abgespielt:
Die Segelyachten MAHDI und GANDALF sind zwei Tage nach uns von SALALAH mit Ziel ARDEN ausgelaufen! Am 8. März begegneten ihnen morgens 2 kleine Fischerboote, die aber wieder verschwanden! Am Nachmittag fuhren zwei etwa 10 m lange Boote mit je 4 Mann Besatzung sehr schnell auf die Yachten zu und schossen direkt ins Cockpit beider Yachten. Als die Männer die SY Mahdi entern wollten, schoß der Skipper Rod zurück und die SY Gandalf rammte eins der Boote, sodaß es stark beschädigt wurde. Nun wurde vom anderen Boot aus versucht die SY Gandalf zu entern, doch Rod schoß auf die beiden "Piraten" und den Fahrer........
Beide Yachten entfernten sich mit Fullspeed vom Ort des Geschehens und sahen hinter sich die beiden Boote beschädigt treiben......Wie viele Tote oder Verletzte es gegeben hat ist nicht bekannt, die Besatzungen beider Yachten sind jedoch mit dem Schrecken davongekommen...
Ein Hilferuf über Funk wurde nur von einem Comercial Ship aufgefangen, das dann die beiden Yachten zum Schutz für einige Stunden begleitete! Genau zu dem Zeitpunkt haben wir, (laut unseren Logbuchaufzeichnungen) das "Coalation Warship 218", das diese Gegend unter Kontrolle hält, etwa 230 Seemeilen weiter südwestlich in etwa 2 Seemeilen Abstand passiert. Die Distanz ist für UKW Kontakt natürlich zu groß!
Mahdi und Gandalf haben Arden angelaufen, ihre Boote in Ordnung gebracht und folgen nun unser aller Kurs Richtung Norden durchs ROTE MEER!

Hier der Originalbericht: Klicken Sie hier um aufdie Noonsite zu gehen

Den von Bobby übersetzten Originalbericht findet Ihr unter: Klicken Sie hier

 
 Chaotischer Hafen....16.03.2005 
  Massawa15°36,560N,039°27,650E 
 
Am Abend erreichen wir den sehr geschützten Hafen von MASSAWA. Yachten werden von der "Port Control" angewiesen in den inneren Hafen zu gehen! Wir kommen vorbei an zerstörten Lagerhallen und anderen Gebäuden, Wracks und großen Schiffen, die entladen werden.Viele unterschiedliche Fischerboote liegen hier vor Anker und wir suchen zwischen ihnen unseren Kurs zum Ankerplatz. Von den anderen Yachten wurden wir schon gewarnt, daß es überall recht untief sei und man sich in der Mitte des Fahrwassers halten soll!( leider ist es aber nicht gekennzeichnet!). Wir kommen ohne Grundberührung ans Ziel, die JÖKE hat Pech, sie hat eine Kurve geschnippelt und sitzt fest! Mit Hilfe unseres 15 PS starken Außenborders und einiger kräftiger Helfer können wir sie am Spifall auf die Seite legen und sie kommt wieder frei......
 
 Die Fischer von Adjuz.....15.03.2005 
 Passage nach Massawa/Insel Adjuz 
 
Der Nordwest Wind hält uns noch hier fest und so machen wir unser Dingi klar und fahren zur Insel ( wegen einem vorgelagerten Riff nur bei Hochwasser möglich!). Die Fischer erwarten und schon an Land und geben uns zu verstehen, daß sie ein Problem mit ihren Außenborder haben. Sie zeigen uns eine vollkommen verrottete Zündkerze! Leider können wir ihnen nicht weiterhelfen! Auf dem Boden liegen in der Sonne getrocknete Seegurken, was sie damit machen, können wir allerdings nicht verstehen........
 
 Gastfreundschaft auf Adjuz Island...15.03.2005 
 Passage nach Massawa/Insel Adjuz 
 
Noch immer hat es keinen Zweck weiter gegen den NW Wind nach Norden zu "bolzen"! (....denn dabei gibt es nur Bruch und welche Schwierigkeiten es dann in diesem Seegebiet bei der Ersatzteilbeschaffung gibt, sehen wir am Beispiel LA ROSSA!) Wir machen lieber einen weiteren Landgang....... spontan werden wir eingeladen ins Dorf zu kommen! Man zeigt uns den Ziegennachwuchs, wir fragen uns allerdings wovon sie und auch die Menschen auf der kargen Insel leben können!?! Man bittet uns sogar ins Haus zu kommen, auf den einfachen Bettgestellen Platz zu nehmen und bietet uns einen Kaffee an........
 
 Adjuz Island15.03.2005 
 
 
 Spontane Party...15.03.2005 
 Passage nach Massawa/Insel Adjuz 
 
Noch mehr Yachten haben hinter dieser Insel inzwischen Schutz vor dem NW Wind gesucht: außer Harlekin, Jöke, Pangaea und Höloplop noch die holländische Windrose und die schweizer Jamoa! Spontan treffen wir uns zum SUNDOWNER, es gibt viel zu erzählen......
 
 Äthiopien....14.03.2005 
 Passage nach Massawa/Insel Adjuz15°13,110N,040°15,510E 
 
..............was fällt uns dazu ein? Afrika, Krieg, Dürrekatastrophen, Hungersnöte, Wasserknappheit, MISERIOR, ADVENIAT, Spendenaufrufe, Bilder von unterernährten Kindern, schwarze Hautfarbe........!
ERITREA früher eine Provinz ÄTHIOPIENS ist seit 1993 unabhängig und nimmt den gesammten Küstenstreifen am Rotem Meer ein. Wir sind gespannt, was uns dort gut 10 Jahre später erwartet!
Nach der Flaute haben wir in der Nacht Gegenwinde bekommen, ein vorankommen wurde sehr mühsam! Den nächst möglichen Ankerplatz, 12 Seemeilen entfernt, könnten wir im Morgengrauen erreichen........wir brauchen noch 5 Stunden für diese wenigen Meilen und werfen den Anker in Lee der Insel Adjuz! Kreisrund und platt wie ein Pfannkuchen bietet sie Schutz vor dem Schwell!Wir liegen sehr ruhig und müde gehts erst mal in die Koje!
 
 Kostbares Trinkwasser....14.03.2005 
 Passage nach Massawa/Insel Adjuz15°13,110N,040°15,510E 
 
Vom Ankerplatz aus entdecken wir auf der ziemlich kargen Insel eine Ansiedlung von vielleicht 10 Hütten, einige einfache hölzerne Fischerboote und wenige Menschen. Es dauert nicht lang, da kommen 3 Männer zu uns herausgerudert und bitten um Trinkwasser. Natürlich füllen wir ihnen einen Kanister ab, schließlich brauchen wir ja nur mal 2 Stunden unseren "Wassermacher" laufen lassen und schon haben wir unseren Tank wieder aufgefüllt!
Am Nachmittag treffen die Höloplop und die Jöke hier ein, die MeNeVado versucht es bis Massawa zu schaffen!
 
 Strandgut...14.03.2005 
 Passage nach Massawa/Insel Adjuz 
 
Heute gesellt sich auch wieder die SY PANGAEA zu uns! Sie hat etwas weiter südlich in der Anfil Bay geankert und dort einen besonderen Fund gemacht: stolz zeigen sie uns ihre Beute..........
Wer mehr über die junge Familie auf großer Fahrt erfahren möchte kann unter
www.pangaea.ch
gucken.......
 
 Unheimliche Begegnung in der Dämmerung13.03.2005 
 Passage nach Massawa14°45,000N,041°06,000E 
 
Im Laufe des Tages ließ gestern der gute Segelwind Wind nach und wir müssen motoren. Die MeNeVado ist unter Motor schneller als die HARLEKIN und überholt uns. Es sieht lustig aus, wie sie machmal in der noch stehenden Dünung verschwindet.....(siehe Foto!)
Bei Einbruch der Dunkelheit ist sie etwa 2-3 Meilen vor uns, als uns an der Backbordseite in 2 - 3 Meilen Entfernung zwei große Fischerboote entgegenkommen. Sie fahren parallel zueinander als wenn sie zwischen sich ein Fischernetz schleppen würden! Wir sehen, wie Positionslichter und viele andere weiße Lichter auf beiden Schiffen eingeschaltet werden! Auch wir setzen Positionslichter! Plötzlich beobachten wir, wie eins von den Booten seinen Kurs ändert und genau auf uns zu fährt! Wir ändern ebenfalls unseren Kurs( nach Steuerbord), doch sie halten weiter auf uns zu! Auf UKW Kanal 16 rufe ich die MeNeVado, erkläre kurz was sich hier abspielt und bitte darum, daß sie auf Gegenkurs gehen und uns im Auge behalten.....inzwischen ist das Boot schon etwa 100 m neben uns, macht einen Bogen , ändert ebenfalls die Fahrtrichtung und fährt parallel mit nur 30 m Abstand neben uns und kommt immer näher auf uns zu ......wir sehen, daß sie ein Netz schleppen, am Heck stehen viele Männer.........als das Fischerboot unseren Kurs schneiden will, bremst Norbert stark ab und fährt einen engen Kreis nach Steuerbord um das Heck der Fischer herum! Das Fischerboot ist mit dem Netz nicht so manövrierfähig und kommt nicht so schnell hinterher, Norbert gibt Vollgas und hält auf die MeNeVado zu, ich schalte alle Lichter aus, inzwischen ist es stockfinster geworden.......der Abstand zu ihnen wird größer, sie geben die Verfolgung auf.....
Bernd erzählt uns, daß dieses Boot ebenfalls kurze Zeit auf die MeNeVado zugehalten hat, und auch sie den Kurs nach Steuerbord geändert haben! Möglicherweise haben die Fischer dann unser Boot hinter ihnen entdeckt und von der MeNeVado abgelassen............
 
 Passage nach Massawa12.03.2005 
 Passage nach Massawa 
 
Alle Wetterquellen haben nachlassende Winde vorausgesagt und als wir heut morgen aufwachen, sieht es gut aus um nach Norden zu starten! Unser Schiff sieht allerdings aus wie S..! Man kann nichts anfassen ohne wie ein Schmutzfink auszusehen und waren wir sonst froh die Harlekin mit Süßwasser zu entsalzen, sind wir heute froh mit unserer Seewasserpumpe den braunen Schmier abwaschen zu können...........dabei rauscht unsere Angelschnur aus und wir ziehen endlich mal keinen Bonito an Deck, sondern eine 1,15 m lange graue Makrele! Davon können wir alle am nächstem Ankerplatz satt werden....
 
 Sandsturm...11.03.2005 
 Ankerplatz Mersa Dudo/Eritrea 
 
Nun liegen wir schon den zweiten Tag in Mersa Dudo bei unvermindert 30 - 35 Knoten.......die Böen gehen heute sogar hoch bis über 40 Knoten und bringen feinen Sandstaub mit, der sich mit den Salzkristallen auf unseren Schiffen zu einem gelbbraunem Schmier mischt! Unsere (Bügel) Anker halten bisher in dem Sandgrund ohne Probleme und so nutzen wir die Zeit tagsüber zum Aufklaren der Schiffe, planen die weitere Route, hören Radio und lesen mal wieder ein spannendes Buch! Die DEUTSCHE WELLE berichtet von Hurrikan "Ingrid" der auf Nordaustralien zurast und von Orkanwinden bis 75 Knoten in Deutschland.........da können wir mit unserem Sandsturm von 40 Knoten (8 Bft) eigentlich nicht meckern!
 
 Afrika erreicht!10.03.2005 
 Ankerplatz Mersa Dudo/Eritrea noch 176 sm bis Mass13°52,100N,041°54,200E 
 
Waren wir gestern morgen noch alle frohen Mutes bis Massawa durchzurauschen, stellt sich doch langsam bei allen Müdigkeit nach der Anspannung der letzten Tage ein! Manfred empfiehlt uns eine Bucht, die auch bei Nacht mit Radar anzulaufen ist: Mersa Dudo an der Küste von Eritrea! Fast gleichzeitig erreichen wir nach Mitternacht die Ansteuerung (wir haben immer noch Wind bis 35 Knoten!) und tasten uns vorsichtig hinein. Erstmalig fällt unser Anker auf afrikanischem Grund......wir alle freuen uns auf eine Mütze (oder zwei) voll Schlaf.......
 
 Wer hat in ROTEM MEER das SAGEN?09.03.2005 
 Rotes Meer - 14.00 UTC 224 sm bis Massawa/ Eritre13°32,500N,042°31,300E 
 
9.00 Ortszeit: Wir erreichen den Eingang zum Rotem Meer, das BAB EL MANDEB, noch vor Sonnenaufgang. Hier drängelt sich die Großschiffahrt mit uns durchs Nadelöhr. Die Positionslichter und Radarsignale sind aber gut auszumachen! Der vorhergesagte Wind von 20/25 Knoten verstärkt sich auf max 27 und Böen bis 35 Knoten und bei gut 2 Knoten Schiebestrom bekommen wir einen Geschwindigkeitsrausch weil wir mit über 10 Knoten über Grund Richtung Norden ins Rote Meer düsen! Wird wohl ein Traumetmal werden ( 163 sm!!!)
15.00 Ortszeit: Wir haben kaum Zeit uns über diese gute Passage zu freuen, da frischt der Wind weiter auf: 30/35 Knoten, Böen bis 40 (Kerstin liest sogar einmal 52 Knoten wahren Wind ab!)! Schnell baut sich ein hoher Seegang auf , die kurzen, sehr steilen Wellen kommen zum Glück von achtern! Wir wollen einen geschützten Ankerplatz an der Küste anlaufen (RAS TERMA), dafür müssen wir den Kurs nach Backbord ändern, wir haben jedoch keine Chance komfortabel dorthin zu kommen, weil nun die Wellen von der Seite kommen und ständig das ganze Schiff überspülen...... also gehts weiter........RASMUS, der Gott des Windes und NEPTUN, der Meeresgott, zeigten uns schon gleich zu Anfang wer hier im Rotem Meer das SAGEN hat!
 
 Emergency Meldungen!09.03.2005 
 Red Sea Net (vormals Indian Ocean Crossing Net) 
 
Nun hat es doch noch zwei Yachten erwischt! Auf dem Funknetz gibt die SY MAHDI, die 2 Tage nach uns aus Salalah ausgelaufen ist, eine Ermergency Meldung durch: sie und die SY Ghandalf sind in der Risikozone Nr. 1 auf der Position 13° 28 Nord + 48°07 Ost von einem Schnellboot durch Schüsse zum aufstoppen gezwungen worden und wurden ernsthaft bedroht! Niemand von den Crews ist zum Glück verletzt worden! Wir sind alle betroffen, denn es hätte ja jeden von uns "erwischen" können........

Details findet Ihr hier:

Noch eine schlechte Nachricht: Manfred von der LA Rossa hat einen Getriebeschaden an seinem Schiff und kann nicht mehr mototen! Der nächste Hafen Port Ghalib in Ägypten ist 260 sm entfernt, leider ist Nordwind angesagt! Wim von der holländischen Yacht Azzuri will ihn in einen Nothafen schleppen damit er das Getriebe ausbauen kann. Renate, seine Bordfrau, kommt bald nach Ägypten und könnte ihm dann Ersatzteile mitbringen!
 
 Zwischenstop in Aden oder nicht?08.03.2005 
 Golf von Aden - 14.00 UTC 384 sm bis Eritrea12°04,700N,044°35,000E 
 
Von vorausgehenden Yachten haben wir gehört, daß sich der Wind in der Straße von BAB EL MANDEB wegen Düseneffekt stark verstärkt! 45 Knoten, wie Manfred von der LA ROSSA es vor 2 Wochen hatte, möchten wir aber nicht unbedingt haben! INTERMAR gibt uns die Vorhersage vom Deutschem Wettedienst durch: 20 Knoten aus SE! Auch andere Quellen (Grib Files + Buoyweather) sagen 20 Knoten voraus, - rechnet man noch die Düse dazu, müßte es eigentlich o.k. sein!
Als Zwischenstop hätten wir uns sonst den Hafen von Aden/Jemen ausgesucht, von dem die anderen Segler in diesem Jahr recht positiv berichten! Tanja und Martin von der MIRA schreiben: "Viele der alten Segler-Informationen sind völliger Quatsch! Haltet Euch an den neuen Red-Sea Pilot, ist ganz große Klasse."
Sicher wäre es für uns interessant einen weiteren arabischen Staat als Kontrast zum Oman zu besuchen, doch Wetterfenster muß man in diesem Gebiet ausnutzen.....
Tatsächlich haben wir, seitdem wir im Golf sind, Supersegelbedingungen und ein Strom, der ja erst gegen uns war, schiebt uns jetzt mit bis zu 1,5 Knoten zügig dem Rotem Meer entgegen! So macht Fahrtensegeln Spaß!
 
 Risikozone Nr.107.03.2005 
 Golf von Aden - 14.00 UTC 526 sm bis Eritrea12°35,800N,046°53,300E 
 
In der Nacht haben wir sie passiert, die "Piraterie Risikozone Nr. 1", die im "Red Sea Pilot" zwischen 48°50 und 47°50 Ost angegeben wird. Das Timing hat also gut geklappt, denn es wird empfohlen dieses Gebiet in der Nacht zu durchqueren! Statistisch gesehen, liegt aber auch hier die Möglichkeit überfallen zu werden bei unter 1 %. In den Küstengewässern vom Jemen und Somalia bei etwa 3 % und darum haben wir uns etwa 50/60 Seemeilen von den Küsten ferngehalten. Dabei sind es in der Vergangenheit keine organisierten Überfälle gewesen, sondern mehr durch Zufall haben Fischer oder Menschenschmuggler einen "Beifang" gemacht und einzelne Yachten ausgeraubt! Menschenleben wurden nicht ernsthaft bedroht obwohl die Räuber meistens stark bewaffnet waren und auch (Warn)-Schüsse abgegeben wurden! Trotzdem ist auch bei uns allen eine gewisse nervliche Anspannung zu spüren und wir sind froh, wenn wir das Tor zum Rotem Meer, das Bab el Mandeb (Tor der Tränen) erreicht haben!
 
 Rainy day...06.03.2005 
 Golf von Aden - 14.00 UTC 655 sm bis Eritrea13°15,600N,048°58,600E 
 
Schon in der früh sah der Himmel nicht gerade einladend aus.......gegen Mittag hört man Donnergrollen und es zieht sich dann völlig zu........wieder mal ein Gewitter mit heftigen Regenfällen! Auf dem Radar sieht so aus, als wenn die Gewitterwolke mit uns zieht! In Böen stecken bis zu 35 Knoten Wind in der Wolke, der Seegang nimmt auf schätzungsweise 2 - 3 m zu! Ein Trost ist, daß es bei sclechtem Wetter bislang noch keine "Piratenüberfälle" auf Yachten gegeben hat!
 
 Gegenstrom05.03.2005 
 Golf von Aden - 14.00 UTC 777 sm bis Eritrea13°55,500N,050°57,300E 
 
Heute klappt es bei zunehmenden Winden (4- 5 Bft) schon besser die Geschwindigkeiten der Yachten aufeinander abzustimmen, obwohl uns ein Gegenstrom von bis zu 1 Knoten ganz schön bremst! Wir laufen immer noch auf Sichtweite. Absprachen machen wir aus Sicherheitsgründen nicht mehr auf UKW sondern nur noch auf SSB Frequenzen. Wir haben auch noch Funkkontakt zur LA ROSSA, Manfred ist inzwischen in Suakin im Sudan angekommen. <br> Wir fangen mal wieder einen Fisch, es ist wieder einen Bonito, also keine Abwechslung auf unserem Speiseplan....
 
 Das ist gar nicht so einfach....04.03.2005 
 Golf von Aden - 14.00 UTC 896 sm bis Eritrea14°35,400N,052°52,000E 
 
Als durchschnittliche Marschgeschwindigkeit haben wir uns vorgenommen 5 Knoten über Grund zu laufen. Nicht bedacht haben wir, daß wir bis zu 1 Knoten Gegenstrom haben! Bei den unterschiedlichen Schiffen, 10 - 15 m Monos und wir als Katamaran, ist es gar nicht so einfach eine Geschwindigkeit beizubehalten um auf Sichtweite zu bleiben! Während bei "Am Wind Kursen" die Monos im Vorteil sind (weil wir trotz Vollzeug mit 65 m² untertakelt sind) können wir ohne Motorunterstützung nicht mithalten! Bei "Raumen Wind" aber können wir unseren 106 m² großen Gennacker setzen und machen gute Fahrt, gleiten sogar "wie auf Schienen" unserem Ziel entgegen! Dieser Kurs ist für die Monos unkomfortabel und hier müssen sie den Motor anschmeißen.....
 
 Auf nach Afrika.....03.03.2005 
 Golf von Aden - 1063 sm bis Eritrea 
 
8.30 Uhr Localtime: 2. Startversuch Richtung Rotes Meer! Der Himmel ist wieder blau, der Wind ist zwar mit 10 Knoten nur schwach, kommt aber wieder östlich, also gehts los! Mit uns starten die Jöke, die Höloplop und die Menevado! Im Konvoi wollen wir auf Sichtweite durch das "Piratengebiet".............. Wir bedanken uns bei den Behörden, daß wir bei dem schlechtem Wetter zurückkommen durften.(Wäre z.B. in Thailand fast unmöglich gewesen!) Wir brauchten übrigens weder neu einzuklarieren noch unsere Pässe abzugeben und konnten uns frei bewegen! Wer hätte das gedacht?

So sieht dort eine Einklarierung aus, - könnt Ihr alles Lesen?

 
 Golf von Aden/ Rotes Meer nach Eritrea30.11.1999 
 
 
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Letzte Änderung:14.Apr.2004